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Games:Das waren die besten Computerspiele 2019

"Sekiro: Shadows Die Twice" fasziniert vor allem wegen seines hohen Schwierigkeitsgrads und in "Death Stranding" ist die Ödnis die größte Stärke des Spiels. Der Jahresrückblick aus Gamer-Sicht.

von Caspar von Au

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Sekiro: Shadows Die Twice

Sekiro: Shadows Die Twice screenshot

Quelle: PR / From Software

Manche Computerspiele faszinieren nicht aufgrund ihrer Grafik, der besonders gut erzählten Story oder der innovativen Spielweise, sondern weil sie besonders schwer sind. "Sekiro: Shadows Die Twice" ist so ein Spiel. Das Action-Adventure verzeiht keine Fehler oder Unaufmerksamkeiten. Versagt der Spieler, stirbt der japanische Krieger, den er steuert.

Immer wieder scheitern und sterben - das gehört seit Jahren zu den Spielen des Entwicklers Hidetaka Miyazaki ("Dark Souls", "Bloodborne") dazu. Sekiro führt den Spieler in ein blutiges und düsteres Japan des späten 16. Jahrhunderts, wo er seinen jungen Herrn aus den Fängen eines Samurai-Clans befreien muss. Das Kampfsystem ist selbst für Spieler herausfordernd, die Dark Souls oder Bloodborne gemeistert haben. So bringt es recht wenig, den Hieben der Gegner nur auszuweichen. Besser ist es, sie im richtigen Moment abzuwehren und sofort zum Gegenangriff auszuholen. Sekiro kann sehr frustrierend sein; aber umso besser fühlt es sich an, wenn der Spieler einen besonders kniffligen Boss nach mehreren Stunden endlich besiegt.

"Sekiro: Shadows Die Twice", ist am 22. März 2019 für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

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Anno 1800

anno 1800 screenshot

Quelle: Screenshot / Caspar von Au

Es ist schnell klar, was "Anno 1800" besser macht als seine Vorgänger. Das Zeitalter der Industrialisierung passt viel besser zur DNA von Anno als die Zukunftsszenarien in 2070 und 2205. Im neuesten Spiel der beliebten Aufbaustrategie-Reihe kommt gleich zu Beginn ein Gefühl wohliger Vertrautheit auf, wenn der Spieler mit seinem Flaggschiff auf das soeben errichtete Kontor seiner Insel zusteuert.

Die Vertrautheit bleibt, wenn er die ersten Produktionsketten errichtet. Holz für den Bau erster Strukturen, Fisch und Schnaps für die wachsende Inselbevölkerung. Zugleich haben die Entwickler von Ubisoft im Vergleich zu den Vorgängern zahlreiche neue Funktionen implementiert. Zum Beispiel muss der Spieler darauf achten, wie viele Menschen aus welcher Schicht eine Insel bewohnen. Denn Bauern können zwar auf Kartoffeläckern und im Sägewerk schuften, nicht aber in den Stahlfabriken. Dafür braucht es Arbeiter. Diese wiederum wollen aber keine niederen Arbeiten auf dem Feld erledigen. Schade ist aber, dass Anno 1800 das Leitthema der Industrialisierung nicht für eine kleine Gesellschaftskritik nutzt, sondern das Zeitalter romantisiert.

Link-Tipp:

"Anno 1800" ist am 16. April 2019 für PC erschienen.

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Auto-Battler

teamfight tactics screenshot

Quelle: PR / Riot Games

In der Geschichte der Computerspiele kamen die Ideen für einige der heute populärsten Spiele nicht von den großen Herstellern, sondern von Fans, die bestehende Spiele modifiziert und weiterentwickelt haben. Die prominentesten Beispiele: Fortnite, Counter-Strike, League of Legends. Auf diese Weise sind nicht nur Spiele, sondern ganze Genres entstanden.

Anfang des Jahres schufen chinesische Entwickler in Dota 2 die Mod "Dota Auto Chess", ein rundenbasiertes Strategiespiel für mehrere Spieler. Weil es innerhalb weniger Wochen mehrere Millionen Mal heruntergeladen wurde, haben einige Hersteller mit offiziellen Ablegern nachgezogen. Etwa "Teamfight Tactics" als Modus von League of Legends oder "Battlegrounds" in Hearthstone. Gemeinsames Spielprinzip der sogenannten "Auto-Battler": Jeder Spieler sammelt Helden, die er wie bei einem Kartenspiel aus einem Stapel zieht. Die so zusammengestellten Heldenteams kämpfen gegeneinander, ohne dass die Spieler eingreifen können. Es gewinnt die beste Komposition.

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Untitled Goose Game

Screenshot untitled goose game

Quelle: PR / House House

Wo ist denn jetzt schon wieder der Schlüsselbund hin? Als sich der Gärtner umdreht, sieht er gerade noch die weiße Gans davon watscheln. Sie schnattert hämisch. Es wird bei weitem nicht der einzige Moment bleiben, in dem sich der arme Mann über den Vogel ärgert.

In "Untitled Goose Game" schlüpft der Spieler in die Rolle ebenjener Gans, die die Menschen in ihrem Umfeld zur Weißglut bringen will. Auf einer To-do-Liste steht, was er dafür tun muss: die Schlüssel des Gärtners klauen, ihn nass spritzen und seinen Rechen in den Teich werfen. Allein die Spielidee des australischen Indiestudios House House ist wunderbar erfrischend. Unterstützt wird diese durch eine charmante Bilderbuch-Grafik und Klavierklänge, die das Spiel je nach Situation hektisch, dramatisch oder ruhig untermalen. Untitled Goose Game ist ein humorvoller Zeitvertreib für zwischendurch.

"Untitled Goose Game" ist am 20. September 2019 für Mac OS, Nintendo Switch und PC erschienen sowie seit Kurzem für Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

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Control

Screenshot Control

Quelle: PR / 505 Games

Schon von außen hat das graue, beinahe fensterlose Hochhaus in New York in der Thomas Street etwas behördenhaftes. Im Horror-Actionspiel "Control" sitzt dort das "Federal Bureau of Control" (FBC), eine fiktive und geheime Behörde, die übernatürliche Phänomene überwacht. Doch ausgerechnet ein solches Phänomen - eine dunkle Macht - hat die dort arbeitenden Beamten in willenlose Sklaven verwandelt und das Hauptquartier des FBC in einen Ort des Schreckens.

Protagonistin Jesse Faden wird zu Spielbeginn unfreiwillig die neue Direktorin der Behörde und soll nun das Problem lösen. Übernatürliche Kräfte helfen dem Spieler dabei. Denn Jesse kann schweben und per Telekinese Kopierer, Schreibtische oder Aktenschränke auf ihre Gegner schleudern. Neben dem schrägen Humor ist vor allem der Betonturm der heimliche Held des Spiels.

"Control" ist am 27. August 2019 für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

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Star Wars Jedi: Fallen Order

star wars jedi: fallen order screenshot

Quelle: PR / Electronic Arts

Für "Star Wars"-Fans hatte 2019 eine Menge zu bieten: Nicht nur kam kurz vor Weihnachten die neunte Episode "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" in die Kinos. Mitte November erschien mit "Jedi Fallen Order" auch ein Computerspiel.

In dem Action-Adventure steuert der Spieler Cal Kestis, einen angehenden Jedi. Nach den Ereignissen von Episode III wurden die Jedi von den Schergen des Imperiums ausgerottet. Doch Cal hat überlebt und arbeitet auf einem Schrottplatz für Raumschiffe - bis seine Jedi-Herkunft auffliegt und er fliehen muss. Fallen Order kommt mit einer soliden Story, weist jedoch spielerisch einige Schwächen auf. Zwar erinnert das Kampfsystem an Spiele wie "Sekiro: Shadows Die Twice" und ist gut gelungen. Dafür ist die Steuerung beim Klettern, Springen und Rutschen unpräzise, sodass der Spieler hin und wieder abstürzt.

Link-Tipp:

"Star Wars: Jedi Fallen Order" ist am 15. November 2019 für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

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Death Stranding

Death Stranding Screenshot

Quelle: Screenshot Death Stranding / Caspar von Au

Für die einen ist Star-Entwickler Hideo Kojima mit "Death Stranding" zu weit gegangen, für die anderen hat er trotz einiger Schwächen ein faszinierendes Spiel geschaffen. So oder so ist das Action-Adventure um den Lieferboten Sam eines der, vermutlich sogar das Computerspiel des Jahres.

Kojima lässt den Spieler in Death Stranding leiden. Er muss diverse Päckchen durch unwegsames Gelände von A nach B schleppen. Versuche abzukürzen, bestraft das Spiel, indem Lieferfahrzeuge steckenbleiben, Sam über Steine stolpert oder seine Fracht an einen reißenden Bergbach verliert. Death Stranding kann furchtbar öde sein, wenn der Spieler stundenlang durch die einsame Landschaft stapft. Doch genau das ist auch die größte Stärke des Spiels. Umso stärker blitzt Kojimas Witz und seine Ideen einer dystopischen Zukunft in diesen Momenten auf. Dabei überzeugen eher die einzelnen Episoden als die insgesamt verworrene Handlung.

Link-Tipps:

"Death Stranding" ist am 8. November 2019 für Playstation 4 erschienen.

© SZ.de/mri
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