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Benimmregeln für das soziale Netzwerk:Facebook, aber mit Stil

Wann ist der "Gefällt mir"-Knopf tabu? Braucht meine Band eine Fanseite? Wie merke ich, dass ich Freunden auf die Nerven gehe? Ein kleiner Facebook-Knigge

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Quelle: SZ

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Partyfotos: Bitte nicht zu viel Haut

Das Problem: Rauschende Feste oder begeisternde Urlaube laden dazu ein, auch im Web von ihnen zu erzählen. Doch welche Bilder zeige ich, welche nicht?

Die stilvolle Lösung: Prinzipiell gilt: Alles, was ich nicht auf anderen Fotos sehen möchte, sollten auch meine Bilder nicht enthalten. Urlaubs- oder Partybilder sollte nur der nähere Freundeskreis zu Gesicht bekommen - es sei denn, mein großer Expositionsdrang erlaubt es mir, gelassen darauf zu reagieren, wenn ein entfernter Bekannter mich auf die schicken Bikinifotos vom Strand anspricht. Wenig hilfreich sind in jedem Falle Bilder im volltrunkenen Zustand und in intimen Situationen.

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Aktivität: Vorsicht vor der Nachrichten-Müdigkeit

Das Problem: Facebook erlaubt es, uns ständig zu produzieren und auch die kleinsten Details aus unserem Leben, die sinnlosesten Fotos und Fundstücke aus dem Web dem Bekanntenkreis zu präsentieren. Doch wann ist es zu viel?

Die stilvolle Lösung: Der kluge Nutzer registriert, wie viel Feedback er bekommt. Wer ständig 20 Kommentare unter seinen Postings hat, geht anderen Facebook-Mitgliedern nicht auf die Nerven. Wer hingegen nur wenige Rückmeldungen und die auch noch von den gleichen Nutzern erhält, sollte sich Gedanken machen.

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Gefällt mir: Daumen im Zaum halten

Das Problem: Facebook fehlt der Gefällt-mir-nicht-Button, weshalb Anteilnahme nur mit dem hochgereckten Daumen ausgedrückt werden kann. Wann sollte der Gefällt-mir-Knopf nicht benutzt werden?

Die stilvolle Lösung: Wenn ich beim Lesen einer Statusmeldung nicht spontan mit einem "Find' ich gut" oder einem Kopfnicken reagiere, bleibt der blaue Daumen tabu. Beinbrüche oder beendete Beziehungen haben keine Klicks verdient.

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Kollegen und Bekannte: Diskretion ist alles

Das Problem: Ehrlichkeit ist eine Tugend - doch auch bei Facebook? Teile ich meinen Ärger mit Freunden oder Frust im Job per Statusmeldungen mit oder hülle ich mich in Schweigen?

Die stilvolle Lösung: Weil Facebook Freundeskreise vermischt und die Trennung zwischen Berufskontakten und echten Bekannten aufhebt, ist Vorsicht geboten: Selbst wenn der Chef oder Bekannte nicht zu meinen Freunden zählt - wenn ich ihm die Pest an den Hals wünsche, kann er das über kurz oder lang erfahren. Diskretion ist auch eine Tugend, zumal im Internet. Wer dennoch bei Freunden Dampf ablassen möchte, sollte einfach bei einem Kaltgetränk im echten Leben darüber reden.

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Standort und Foto-Markierungen: Lob der Selbstbestimmung

Das Problem: Freunde haben bei Facebook viele Rechte. Sie können Nutzer beispielsweise auf Fotos markieren, in den USA auch durch automatische Gesichtserkennung, und sie können verraten, an welchem Ort sich ein Bekannter gerade befindet. Wie gehe ich als Facebook-Mitglied damit um?

Die stilvolle Lösung: Facebook bietet unter Privatsphären-Einstellung -> benutzerdefinierte Einstellungen die Möglichkeit, die Aktionen von Freunden zu kontrollieren. Markierungen lassen sich löschen, aber auch einzig für den Markierten sichtbar machen; die Standort-Preisgabe durch Freunde lässt sich blocken.

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Beziehungsstatus: Exit-Strategie erwünscht

Das Problem: Facebook ermöglicht es, meinen Beziehungsstatus samt dem Namen des Partners anzugeben. Eine gute Idee?

Die stilvolle Lösung: Wenn beide Partner sich einig sind, ihre Beziehung auch im Netz publik zu machen, ist prinzipiell nichts dagegen zu sagen. Allerdings sollte das Paar sich überlegen, ob Facebook wirklich solch intime Verbindungen kennen und für Marketingzwecke ausnutzen sollte. Zudem ist eine Exit-Strategie ratsam: Ändert sich der Beziehungsstatus, ist dieses für alle öffentlich zu sehen; auf peinliche Fragen sollte man gefasst sein.

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Freunde von Freunden: Kein Kommentar

Das Problem: Wenn ein Facebook-Kontakt einen Kommentar bei einem seiner Freunde hinterlässt, ist die komplette Debatte häufig auch bei mir sichtbar. Was ist, wenn ich mich den Urheber der Statusmeldung nicht kenne, mich aber dennoch beteiligen möchte?

Die stilvolle Lösung: Zurückhaltung ist angesagt. Wer mag schon plötzlich feststellen, dass ein Fremder sich in seine Diskussionen einmischt?

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Fanpages: Nicht jeder wird zum Anhänger

Das Problem: Facebook ermöglicht seinen Nutzern, Fanpages zu erstellen, um dort ihre Bands, Vereine, Blogs oder Mission vorzustellen. Doch wann lohnt es sich, eine solche Seite anzulegen?

Die stilvolle Lösung: Fanseiten für eigene Projekte lohnen sich immer, sollten allerdings gepflegt werden. Zudem gilt es, den Nutzern wirklichen Mehrwert zu liefern und sie nicht mit unnötigen Nachrichten zu bombardieren. Ebenfalls wichtig: Die Fanseite muss bekanntgemacht werden - sonst bleibt der Fankreis einzig der eigene Freundeskreis.

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Miniprogramme: Achtung, Datensauger

Das Problem: Facebook bietet zahlreiche Apps, also Mini-Programme, die maßgeblich zur Popularität der Seite beitragen. Doch wie gehe ich mit Farmville und Co um?

Die stilvolle Lösung: Apps sollten mit Vorsicht genossen und vor der Installation ganz genau darauf geprüft werden, auf welche Nutzerdaten sie zugreifen. Kritische Informationen sind beispielsweise Standort- oder Kontaktdaten, aber auch der Beziehungsstatus.

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Unliebsame Kommentare: Frage der Persönlichkeit

Das Problem: Die Reaktion von Facebook-Freunden auf die eigenen Beiträge muss nicht immer positiv sein. Doch darf ich unliebsame Kommentare einfach löschen?

Die stilvolle Lösung: Die Antwort auf die Frage hängt vom Typ ab. Prinzipiell habe ich jedes Recht dazu, unangebrachte Äußerungen zu entfernen. Wer allerdings den Disput liebt, kann auch direkt reagieren - ein humorvoller Gegenkommentar ist immer noch die beste Reaktion.

© sueddeutsche.de/joku/holz
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