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Bank of America:Kein Geld für Wikileaks

Nun boykottiert auch die Bank of America Wikileaks: Das Geldinstitut will künftig keine Überweisungen mehr an die Enthüllungsplattform weiterleiten - womöglich aus einem ganz bestimmten Grund.

Die Bank of America wird keine Überweisungen an Wikileaks mehr weiterleiten. Das Verhalten der Enthüllungsplattform, die massenweise Depeschen von US-Diplomaten aus aller Welt ins Internet gestellt hatte, stehe im Widerspruch zu den Anforderungen, die die Bank an Überweisungen stelle, hieß es in einer Erklärung des Instituts am Samstag.

File photo of a man walking near a Bank of America branch in New York's Times Square

Die Filiale der Bank of America beim Times Square in New York: Das Geldinstitut will künftig keine Überweisungen mehr an Wikileaks weiterleiten.

(Foto: REUTERS)

Der eigentliche Grund für den Boykott könnte aber ein anderer sein: Wikileaks hat angekündigt, Anfang des kommenden Jahres Dokumente über unethisches Verhalten einer US-Bank zu veröffentlichen. Es wird angenommen, dass es sich dabei um die Bank of America handelt.

Vor der Bank of America hatten bereits die Finanzdienstleister Mastercard, Paypal und Visa Europe ähnliche Maßnahmen ergriffen. Wikileaks rief seine Anhänger auf, keine Geschäfte mehr mit der Bank of America zu tätigen.

Assange sieht sich in Lebensgefahr

Indes sieht Wikileaks-Gründer Julian Assange sich nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft in Lebensgefahr. "Es gibt eine Bedrohung für mein Leben. Es gibt Bedrohungen für meine Leute", sagte Assange. Er bezichtigt die USA, hinter den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn zu stecken. In den USA wird zudem ein Verfahren gegen Assange wegen Spionage und Verschwörung geprüft.

Assange lebt derzeit auf dem Anwesen seines Unterstützers Vaughan Smith im Südosten Englands. Der 39 Jahre alte Australier muss eine elektronische Fußfessel tragen und sich täglich bei der örtlichen Polizeistation melden.

Wikileaks hatte in den vergangenen Wochen Tausende geheime und zum Teil brisante Dokumente aus US-Botschaften veröffentlicht, die die Vereinigten Staaten in Erklärungsnot gebracht hatten. Die schwedische Justiz will Assanges Auslieferung. In Schweden wird ihm sexueller Missbrauch zweier Frauen vorgeworfen. Assange bestreitet die Vorwürfe.