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Ashton Kutcher und Twitter:Marketinginstrument Twitter

Mittlerweile nutzen so viele Prominente den Kurzmitteilungsdienst, dass die New York Times unlängst das Jobprofil des Twitter-Ghostwriters vorstellte. Dabei spielt es offenbar gar keine Rolle, ob Britney Spears, Lance Armstrong oder der Basketballer Shaquille O'Neal tatsächlich selber schreiben oder lediglich schreiben lassen. Sie erreichen auf diesem Weg schnell und unkompliziert ihre Zielgruppen, und das mit äußerst geringem Aufwand. Schließlich sind nur 140 Zeichen erlaubt. Britney Spears ist übrigens ähnlich erfolgreich wie Kutcher, sie ist ebenfalls sehr nahe an der Millionengrenze.

Neues Prinzip von Exklusivität

Aber um diese Zahl geht es am Ende gar nicht. Sie ist - wie alle Beiträge und Bilder - lediglich ein Marketinginstrument, allerdings ein sehr erfolgreiches. CNN-Moderator Larry King ging auf Kutchers Wette ein, erklärte ihm in einem kurzen YouTube-Film, der an diesem Dienstag veröffentlicht wurde, augenzwinkernd, er solle sich nicht mit einem Sender anlegen und lud ihn in seine Show ein.

Damit ist Ashton Kutcher - egal, wer zuerst eine Million Follower bindet - schon jetzt der Gewinner dieses Spiels, in dem es vor allem um Aufmerksamkeit geht. Das Ziel sei es, wie die Medienberaterin Laura Roeder in der LA Times erklärte, die eigene Identität zurückzugewinnen. Roeder, die unter anderem die Serienschauspielerin Brea Grant (Heroes) überzeugte zu twittern, hält diesen direkten Weg zu Fans und Medien für zukunftsträchtig: "Je ausbeuterischer die Klatschpresse wird, umso mehr wird man in Hollywood merken, wie notwendig dieser Weg ist."

Einen Schritt weiter

Ashton Kutcher ist auf diesem Weg schon ziemlich weit gekommen. Wenn man es genau nimmt, ist er sogar schon einen Schritt weiter. Mittels Twitter vermiest er nicht nur den Paparazzi ihr Geschäft, sondern versucht, aus seinen eigenen Klatsch-Nachrichten ein Geschäft zu machen. Schon 2008 gründete er das StartUp Blahgirls. Dabei handelt es sich um eine Website für Mädchen unter Zwanzig. Hauptthema der Seite: Das Leben der Promis. Kutcher, keine Frage, ist da vom Fach.

Twitter: Die Website Twitter wurde 2006 von Evan Williams, Jack Dorsey und Biz Stone in San Francisco gegründet. Seither gewinnt die Idee, sich in maximal 140 Zeichen im Web zu verbreiten (internetfähiges Handy, Email), beständig Anhänger. Derzeit schreiben beinahe neun Millionen Menschen auf Twitter. Das Besondere dabei: Als registrierte Nutzer kann man die Beiträge anderer Nutzer verfolgen. Man wird ein so genannter Follower. Zu den Twitter-Nutzern mit den meisten Followern zählen neben den automatisierten Nachrichten des Senders CNN die Musikerin Britney Spears und der Schauspieler Ashton Kutcher. Kutcher wettete am Anfang dieser Woche, schneller eine Million Follower zu erreichen als CNN. Bei Redaktionsschluss lag Kutcher (twitter.com/aplusk) bei 943514, CNN (twitter.com/cnnbrk) bei 960372 Followern.

© SZ vom 17.04.2009/jw
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