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Apps für Google-Handys:Wo Android das iPhone schlägt

Den Sternenhimmel und die Welt um uns herum per Handy durchschauen, das Smartphone zur Taschenlampe machen und nie mehr den Schlüssel verlieren: Eine subjektive Empfehlungsliste für Android-Apps

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A Google employee holds up a mobile phone to demonstrate how the new Goggles application recognises the London Eye as seen from Westminster Bridge in central London

Quelle: REUTERS

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Auch wenn die Musik noch meist bei Apples iTunes spielt: Die Zahl der Applikationen für Android-Smartphones wächst, inzwischen finden sich im offiziellen "Market" mehr als 80.000 solcher Mini-Programme. Weil das Bezahlen noch recht umständlich ist, sind viele von ihnen kostenlos und werbefinanziert. Wir stellen eine Auswahl nützlicher Android-Apps vor - subjektiv, aber hilfreich.

Welche Android-Apps können Sie empfehlen? Schreiben Sie eine E-Mail an computer-online(at)sueddeutsche.de oder melden Sie sich per Twitter an @sz_digital (Hashtag #android).

Google Goggles

Was kann das?

Das also stellt sich Google unter einer digitalen Brille vor: Goggles ist eine App, mit der wir die Welt scannen können. Ob Sehenswürdigkeit, Barcode oder Produktlogo - ein einfaches Foto mit Goggles bringt weitere Informationen dazu, was man gerade vor sich sieht. Die visuelle Suche ist noch in der Beta-Phase, oft erkennt sie nicht, was genau zu sehen ist. Ist die Technik allerdings erst einmal ausgereifter und die Datenbank größer ist, dürfte Goggles die mobile Suche der Zukunft darstellen.

Wer braucht das?

Lange Zeit vor allem Angeber, die zeigen möchten, warum ihr Android-Handy besser als das iPhone ist - allerdings ist das Programm inzwischen auch dort erschienen. Künftig vor allem Touristen und Preisfüchse, die mit ihrer Handykamera durch die Supermarktgänge schleichen, um per Foto im Internet den besten Preis eines Produkts herauszufinden.

Was kostet das?

Nichts, außer vielleicht ein Hausverbot im örtlichen Supermarkt.

Android App Mapdroyd

Quelle: Screenshot: MapDroyd

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MapDroyd

Was kann das?

Navigation per Handy ist eine feine Sache, doch die hohen Roaminggebühren machen das Telefon-Navi schnell zur Kostenfalle. Wer dennoch im Ausland den Weg finden möchte, kann dies mit Hilfe von MapDroyd versuchen. Dort können sich Nutzer kostenlos Karten von fast allen Ländern der Welt herunterladen und sie dann offline benutzen. Nachteile: Eine genaue Ansicht wie bei Google Maps ist nicht möglich, ebensowenig kann der Nutzer seinen Standort angeben oder nach Orten suchen. Aber das können herkömmliche Straßenkarten ebenfalls nicht.

Wer braucht das?

Autofahrer, die in Europa unterwegs sind und weder die entsprechende Navisoftware, noch eine Straßenkarte dabei haben. Tramper, die auf schweres Kartengepäck verzichten wollen.

Was kostet das?

MapDroyd ist kostenlos.

Android Apps FX Camera

Quelle: Screenshot: FX Camera

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FX Camera

Was kann das?

Große Effekte waren bislang nicht die Stärke von Handykameras, es sei denn, man zählt Verwackelungen und Unschärfen dazu. FX Camera ändert das und imitiert verschiedene Objektive und Kameratypen. So werden die geschossenen Bilder in Polaroids umgewandelt oder bekommen den berühmten Fischaugen-Effekt übergestülpt.

Wer braucht das?

Hobby-Handyfotografen, die ein bisschen mehr aus ihren Bildern herausholen möchten. Allerdings sei angeraten, die Beamtenstelle noch nicht zu kündigen, um als Profi-Fotograf durch die Gegend zu ziehen: Handybild bleibt Handybild - trotz steigender Qualität und größerer Einstellungsmöglichkeiten.

Was kostet das?

Ein paar Sekunden Zeit für die Installation.

Android App Trippo Mondo Translator

Quelle: Screenshot: Trippo Mondo

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Trippo Mondo

Was kann das?

Wer früher auf Weltreise ging und sich verständigen wollte, musste ein Dutzend Phrasenbücher mit sich herumschleppen. Diese Zeiten sind dank des Internets vorbei: Das Übersetzungsprogramm Trippo Mondo ist in dieser Hinsicht ein nützliches Helferlein: Das Programm ist zwar grammatikalisch nicht immer ganz stilsicher, dafür kann sich der Nutzer die Sätze in den anderen Sprachen in der korrekten Aussprache vorlesen lassen. Deutsche Sätze können bislang ins Englische, Französische und Spanische übersetzt werden.

Wer braucht das? Weltenbummler und Besucher von Erasmus-Partys. Allerdings sollte das Smartphone im Ausland Wlan-Zugriff haben - die Übersetzung wird auf einem Server abgewickelt, weshalb gerade bei der Sprachausgabe sehr schnell hohe Datenmengen übertragen werden.

Was kostet das? Humor, wenn manch nicht ganz adäquate Übersetzung beim Gegenüber zu hochgezogenen Augenbrauen führt.

Android Apps Skymap

Quelle: Screenshot: Google Sky Map

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Google Sky Map

Was kann das?

Großer Wagen, Kleiner Hund, Fliegender Fisch: Um sich bei einem romantischen Abendspaziergang als Kenner des Nachthimmels zu präsentieren, braucht es detaillierte Kenntnisse über die Sternenbilder am Firmament. Es erstaunt daher kaum, dass uns Google die genaue Lektüre von Himmelskarten ersparen möchte und mit Sky Map ein Programm anbietet, dass beim Blick durch den Sucher die Sternenbilder am Nachthimmel identifiziert und benennt.

Wer braucht das? Astronomie-Interessierte, die es gerne bequem haben, sowie Monaco Franzes, die ihre Holde mit ungeahnten Kenntnissen beeindrucken möchten (Tipp: Handy unauffällig nutzen und Sternbildnamen wie selbstverständlich aufzählen).

Was kostet das? Einen Blick in den Abendhimmel, mehr nicht.

Android Apps Zielnetz

Quelle: Screenshot: Appbrain.de

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Zielnetz

Was kann das?

Weil die meisten Handyflatrates nur für Telefonate ins Festnetz und ins eigene Mobilfunknetz gelten, verzweifelt mancher Smartphone-Nutzer: Darf der Anruf einer Handynummer stundenlang dauern oder ist der Gesprächspartner bei einem anderen Anbieter und somit jede Minute mit Extra-Kosten verbunden? Die App "Zielnetz" findet genau das heraus - damit auch die größte Quasselstrippe nicht am Ende des Monats von einer gigantischen Telefonrechnung überrascht wird.

Wer braucht das?

Vieltelefonierer, die sich keine Flatrate für alle Netze leisten möchten.

Was kostet das?

Eine kostenlose Version ermöglicht nur fünf Abfragen, eine Flatrate für 2,99 Euro erlaubt es, das komplette Telefonbuch zu durchsuchen und die Kontakte den entsprechenden Netzen zuzuordnen. Dazwischen gibt es noch die Möglichkeit, beispielsweise 50 Abfragen für 70 Cent zu kaufen.

Android App Phone Halo Protect

Quelle: Foto: Phonehalo.com

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Phone Halo Protect

Was kann das?

Manch schusseliger Professor oder unordentliche Student soll ja bereits zusammengerechnet ganze Lebensmonate damit verbracht haben, seinen achtlos irgendwo abgelegten Schlüssel zu suchen. Die Verschwendung der Lebenszeit könnte mit Hilfe von Phone Halo Protect ein Ende haben: Dabei wird der Schlüsselbund um einen Ortungsanhänger ergänzt, der sich per Handy einfach aufspüren lässt, auf Knopfdruck klingelt oder Alarm schlägt, sobald er irgendwo vergessen wurde.

Wer braucht das?

Menschen, die um Erlösung von der Schlüsselsuche flehen.

Was kostet das?

Die App ist umsonst - allerdings muss der Anhänger für 59,90 Dollar bestellt werden.

Android App Opera 5 Mini

Quelle: Screenshot: Opera

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Opera Mini 5.0

Was kann das?

Der vorinstallierte Android-Browser erinnert mit seiner Tendenz zur Entschleunigung manchmal ein bisschen an die Zeiten, als DSL noch ein schöner Traum der Telekommunikations-Ingenieure war. Wie ein Browser das Internet auf dem Mobiltelefon schlank und schnell präsentieren kann, zeigt der Opera Mini 5.0. Der Trick: Der norwegische Browser lädt die Seiten über bestimmte Server komprimiert herunter, was die Ladezeiten deutlich verkürzt.

Wer braucht das?

Nachrichten- und Surfjunkies, die nicht schnell genug auf dem Laufenden sein können. Norweger, die heimische Produkte unterstützen möchten. Eigentlich aber jeder, der ein Gefühl dafür bekommen möchte, wie eine angenehme Surferfahrung auf Android-Handys aussehen kann.

Was kostet das?

Nichts (auch für andere Handy-Betriebsysteme erhältlich).

Android Apps LED light

Quelle: Screenshot: LED light

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LED light

Was kann das?

Wir erinnern uns noch gerne an unsere Kindertage, als wir beim Zelten einander Gruselgeschichten erzählten und zur Verstärkung des Horror-Effekts unser Gesicht von unten mit der Taschenlampe anleuchteten. Mit dem Handy jagt man allerdings niemandem einen Schrecken ein - das Display taugt nicht zum Horror-Licht.

LED Light ändert dies nun und verwandelt das Android-Handy in eine Lichtquelle, deren Helligkeit stufenweise verstellbar ist. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Kamera des Mobilfunktelefons einen Blitz besitzt - dieser wird nämlich durch das Programm zur Lampe umfunktioniert.

Wer braucht das?

Neben Gruselgeschichtenerzählern, Pfadfindern oder Nachtwächtern sind auch Frauen, die ihre Ohrringe mit Vorliebe auf der Disco-Tanzfläche verlieren, heiße Kandidaten für die Taschenlampen-App. Die Software läuft allerdings nicht auf allen Android-Handys.

Was kostet das?

Ein bisschen Energie aus dem Handy-Akku - und eventuell das Risiko, das Blitzlicht damit auf Dauer zu schädigen (der Hersteller übernimmt hierfür keine Haftung).

Android App NESoid

Quelle: Screenshot: Mobilyz.com

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NESoid

Was kann das?

Objektiv gesehen kann diese App nicht als nützlich bezeichnet werden, doch Nostalgiker werden sie lieben: NESoid macht das Android-Handy zu einem tragbaren Nintendo Entertainment System. Die entsprechenden Spiele wie "Super Mario Bros." finden sich im Netz und nehmen nur wenig Platz auf der SD-Karte weg.

Wer braucht das?

Kinder der achtziger und frühen neunziger Jahre, Super-Mario-Fans, japanische Android-Besitzer.

Was kostet das?

Eine Grundversion ist kostenlos, wer seine Spielstände allerdings abspeichern möchte, muss 3,99 Dollar berappen.

Welche Android-Apps können Sie empfehlen? Schreiben Sie eine E-Mail an computer-online(at)sueddeutsche.de oder melden Sie sich per Twitter an @sz_digital (Hashtag #android).

© sueddeutsche.de/Johannes Kuhn/holz

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