bedeckt München 16°

Apples iPad:Überlege nicht!

Zwischen Designobjekt und Gebrauchsgegenstand: Das Erfolgsgeheimnis der Apple-Produkte liegt in einer Philosophie der Einfachheit. Das hat nicht nur Vorteile.

Die Firma Apple hat es ein weiteres Mal in unübertroffener Manier verstanden, die Erwartungen vor der Bekanntgabe eines neuen Produkts mit dem Apfel-Logo in fast religiöse Dimensionen zu steigern. So war das nun auch bei der am Mittwoch in Kalifornien präsentierten digitalen Schiefertafel namens "iPad". Eigentlich ist auch der iPad nur ein elektronisches Gerät mit Bildschirm und Mikrochips drin.

Apples-iPad: Eine Frage des Designs

(Foto: Foto: AP)

Doch dem kalifornischen Konzern gelingt es wieder und wieder, seinen Kultstatus noch weiter nach oben zu schrauben, was nicht nur an den Produkten an sich liegen kann, die andere Hersteller ganz ähnlich im Programm führen. Warum also so viel Aufhebens um den iPad und nicht um die Tablet PCs anderer Hersteller.

Die Frage lässt sich leichter beantworten, wenn man zunächst ausschließt, was nicht der Grund für die weltweite Apple-Faszination sein kann. So sind es gewiss nicht technische Rekorde, schließlich interessiert sich kaum ein Nutzer für die Taktfrequenz des iPads.

Aber es interessiert sehr wohl, ob man auf der wie immer gut aussehenden Flunder aus Glas und Aluminium einen Kinofilm in hoher Auflösung ansehen kann, ohne dass die Bilder ruckeln. Es wird die künftigen Nutzer auch nur am Rande stören, dass das Betriebssystem eine Variante dessen ist, was in Apples iPhone steckt - und das deshalb immer nur eines der mittlerweile 140.000 verfügbaren Miniprogramme (Apps) laufen kann.

Problem Akkuwechsel

Diese Nachteile zeigen sich auch bei vielen weiteren technischen Details. Zum Akkuwechsel muss man das Gerät wie die Musikspieler iPod und die iPhones einschicken. Die beliebten Videos im Flash-Format, die auf vielen Internetseiten angeboten werden, kann die Software des iPad nicht abspielen. All das ist auch beim iPhone so, hat aber dessen Käufer nicht davon abgehalten, vor den Apple-Läden Schlange zu stehen.

Der Erfolg des iPhones reicht aber weit über den millionenfachen Verkauf des Geräts an sich hinaus. Man findet heute kaum einen Designer, der nicht anerkennt oder gar ehrfürchtig betont, wie gut Apple seinen Job gemacht hat oder - das Wortspiel enthält viel Wahrheit - Steve Jobs sein Apple.

Apples neues Gadget

So funktioniert das iPad