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Apple und die neuen iPhones:Gut geölte Erfolgsmaschine

Die Evolutionsschritte eines Objektes der Begierde: Apple-Chef Tim Cook vor einem Bild mit iPhones von ersten Modell bis zum 5s.

Die Evolutionsschritte eines Objektes der Begierde: Apple-Chef Tim Cook vor einem Bild mit iPhones von ersten Modell bis zum 5s.

(Foto: Stephen Lam/Reuters)
  • Apple-Chef Tim Cook hat die neuen Produkte des Konzerns präsentiert.
  • Neben den iPhone-Nachfolgemodellen 6s und 6s Plus gehört ein 12,9-Zoll-iPad mit Stift und eine neue TV-Box dazu.
  • Das Wachstum vergangener Quartale ist voraussichtlich nicht zu halten: Der Smartphone-Markt ist saturiert, die Konkurrenz bei Spielkonsolen und TV-Paketen groß.

Wenn der Sommer geht, beginnt für Apple die Erntezeit. Aus dem weltgrößten Geheimniskrämer-Konzern wird die Firma mit der aggressivsten PR-Maschinerie, den größten Versprechen und wildesten Superlativen. Kurz: Es ist Zeit für das neue iPhone. Dabei sind die Smartphones, die Apple-Chef Tim Cook am Mittwochabend deutscher Zeit vorstellte, nicht gerade revolutionär: 2015 ist im iPhone-Zyklus eines jener Zwischenjahre, in denen der Konzern die s-Serie präsentiert: identisches Design, aber mit veränderten Details im Inneren.

Im Vergleich zum iPhone der Generation 6 verfügen 6s und 6s Plus über eine bessere Kamera, die eine Auflösung von zwölf Millionen Bildpunkte bietet und auch Videos in 4K-Qualität aufnehmen kann. Außerdem steckt ein neuer und schnellerer Prozessor und mehr Arbeitsspeicher in den neuen iPhones. Unter anderem von der Apple Watch stammt eine Technik, die Apple nun 3D-Touch nennt. Sie kann zwischen unterschiedlich starkem Fingerdruck unterscheiden und so dem Telefon das Äquivalent zur rechten Maustaste und damit mehr Bedienfunktionen verschaffen. Dazu gibt es (wie bei Android) haptisches Feedback bei längerem Druck.

Der Smartphone-Markt ist saturiert

An den Preisen hat Apple nichts geändert. Die s-Reihen liefern traditionell schwächere Verkaufszahlen, zumal bereits etwa 120 Millionen Kunden ein iPhone 6 oder 6 Plus haben. Für sie gibt es nicht allzu viel, was zum Kauf der neuen Modelle verlockt. Das Wachstum der vergangenen Quartale, in denen Apple im Vorjahresvergleich jeweils 30 Prozent mehr Umsatz machte, sei deshalb "mathematisch nicht aufrechtzuerhalten", warnen Analysten wie Toni Sacconaghi von Bernstein Research.

Ohnehin ist der Smartphone-Markt in vielen Regionen der Welt inzwischen saturiert. Dieser Trend und eine unsichere Entwicklung im bisherigen Apple-Wachstumsmarkt China sind für Apple nicht zu unterschätzen, erwirtschaftet die Firma doch zwei Drittel ihres gesamten Umsatzes mit dem iPhone.