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Apple-Keynote:iPhone 8, Apple Watch und Apple TV

iPhone 8

Gäbe es das iPhone X nicht, würden jetzt alle über das iPhone 8 reden. Das ist zwar "nur" ein Update des iPhone 7 - aber auch das war ja "nur" ein Update des iPhone 6s, das wiederum "nur" ein Update des iPhone 6 war. Trotzdem wurden all diese Smartphones in eigenen Keynotes vorgestellt und mussten sich das Rampenlicht nicht mit einem großen Bruder teilen, der sämtliche Aufmerksamkeit absorbiert.

Weil sich aber nun mal niemand seine Geschwister aussuchen kann, musste sich das iPhone 8 mit wenigen Minuten Bühnenpräsenz begnügen. Zusammengefasst kann man sagen: Das iPhone 8 ist das iPhone 7 mit neuem Prozessor, einer verbesserten Kamera und einer Rückseite aus Glas, die drahtloses Laden ermöglicht. Das True-Tone-Display, bislang dem iPad Pro vorbehalten, nimmt einen automatischen Weißabgleich vor und soll Farben natürlicher darstellen.

All das sind brauchbare Neuerungen, aber eben keine spektakulären. Wer ein iPhone 7 besitzt, wird sich zweimal überlegen, ob er 799 Euro für ein iPhone 8 mit 64 GB ausgibt oder sein iPhone 7 Plus durch den Nachfolger für 909 Euro ersetzt.

Interessanter wird die Frage für Nutzer, die bereits wissen, dass sie definitiv ein neues iPhone wollen oder benötigen, etwa, weil das alte Gerät kaputt ist: Knapp 250 Euro liegen zwischen iPhone 8 Plus und iPhone X - wird diese Differenz und die psychologische Schwelle von 1000 Euro viele mögliche Käufer zögern lassen? Oder spielt die Summe ohnehin keine so große Rolle, weil die meisten Kunden ihr Smartphone zusammen mit dem Mobilfunkvertrag kaufen und es über die Laufzeit in Raten abbezahlen?

Womöglich könnte es Apple auch entgegenkommen, wenn sich einige Interessenten vom happigen Neupreis abschrecken lassen. Der späte Liefertermin Anfang November deutet auf Engpässe bei der Produktion hin, insbesondere hochwertige OLED-Displays können aktuell noch nicht in hohen Stückzahlen produziert werden. Hier ist Apple von seinen Zulieferern abhängig, zu denen auch der wohl erbittertste Konkurrent Samsung zählt. Insofern wäre Apple wohl ohnehin nicht in der Lage, die Nachfrage zu decken, wenn die Preisgestaltung auf dem Niveau eines "normalen" iPhones läge.

Apple Watch

Neben den beiden Smartphones erhält auch die Apple Watch ein großes Update, vermutlich das wichtigste seit es sie gibt: Die neue Generation der Smartwatch gleicht optisch zwar dem Vorgängermodell, kommt aber mit einem LTE-Modul und wird damit unabhängig vom iPhone. Nutzer können mit ihr telefonieren oder Musik streamen, ohne ein Smartphone in der Tasche zu haben.

Das ist beispielsweise für Jogger eine deutliche Verbesserung: Wer beim Laufen Musik hören will, muss künftig nur noch Apple Watch und Kopfhörer mitnehmen und kann das iPhone zu Hause lassen. Die dritte Generation der Uhr kann mit LTE-Modul vom 15. September an für Preise ab 449 Euro vorbestellt werden. Die Varianten ohne Mobilfunkverbindung kosten in Abhängigkeit vom gewählten Armband mindestens 369 Euro. Ausgeliefert werden beide Versionen vom 22. September an.

Apple TV

Nach langem Warten unterstützt Apples TV-Box endlich 4K-Auflösung, die Konkurrenz war in diesem Punkt deutlich früher dran. Der neue Apple TV soll außerdem Bilder mit High Dynamic Range (HDR) liefern, die bessere Farbdarstellung und einen größeren Kontrastumfang bieten. Passend dazu bietet Apple im iTunes-Store Filme in 4K-Auflösung an. Zwei gute Nachrichten: Sie kosten dasselbe wie normale Full-HD-Videos, und bestehende Filme können gratis in hochauflösendes Material umgetauscht werden. Für die TV-Box mit 32 GB Speicher verlangt Apple 199 Euro, der doppelte Speicherplatz kostet 20 Euro mehr.

© SZ.de/hatr/jab/dd

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