App-Überblick Whatsapp, SMS, Apple und E-Mails im Sicherheitscheck

Zweierbeziehung: Whatsapp-Nachrichten sind nur noch für Sender und Empfänger lesbar.

(Foto: Chris Ratcliffe/Bloomberg)

Eine Milliarde Whatsapp-Nutzer chatten seit vergangener Woche verschlüsselt. Doch wie sicher sind andere Apps und Dienste?

Von Morten Luchtmann, Helmut Martin-Jung und Sara Weber

Die Welt ist um einiges dunkler geworden diese Woche, und das ist gut so. "Going dark" nennen Ermittler das Phänomen, wenn sie nicht mehr auf Gespräche oder Chats zugreifen können, weil die Beteiligten verschlüsselt kommunizieren. Gute Verschlüsselung schützt nicht nur Kriminelle, sondern alle Bürger.

Whatsapp hat nun angekündigt, standardmäßig jegliche Kommunikation auf seiner App komplett zu verschlüsseln und sie so vor Hackern und Schnüfflern zu schützen. Das betrifft eine Milliarde Menschen. Ein Überblick darüber, wie die meistgenutzten digitalen Dienste verschlüsseln.

Whatsapp

Zumindest der Inhalt der Whatsapp- Nachrichten ist nun komplett verschlüsselt. Die App nutzt eine Form der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Entwicklergruppe Open Whisper Systems. Die Technik verschließt Dateien mit temporären Schlüsseln, die die App automatisch generiert und im Hintergrund austauscht. Selbst wenn Dritte die Daten im Netz abschöpfen, können sie damit weder aktuelle, vergangene noch zukünftige Chats lesbar machen.

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Der amerikanische IT-Sicherheitsberater Cris Thomas warnt dennoch vor einem falschen Sicherheitsgefühl. Der Kommunikationsweg sei zwar geschützt, aber die Endgeräte, auf denen die Dateien entschlüsselt werden, wiesen Einfallstore auf. So könnten Dritte zum Beispiel mit Schadsoftware Daten direkt auf den Geräten der Nutzer abschöpfen. Das betrifft allerdings nicht nur Whatsapp, sondern alle Messaging-Dienste.

Nicht geschützt sind bei Whatsapp die Metadaten der Nachrichten, sprich: wer mit wem wann und wie oft kommuniziert hat. Für sie interessiert sich Whatsapps Mutterkonzern Facebook, weil er sie kommerziell auswerten kann. Und auch Geheimdienste wollen aus ihnen Schlüsse über Verhalten und Kontakte der Menschen hinter den Endgeräten ziehen.