Anonym surfen Auch zu Hause nützlich

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hält VPN-Verbindungen dennoch für nützlich: "VPN-Dienste können auch sinnvoll sein, wenn Nutzer zu Hause surfen", sagt Matthias Gärtner, Sprecher des BSI. "Dabei kommt es vor allem auf die Inhalte an, die übertragen werden. Die Online-Kommunikation mit Banken oder Versicherungen sollte besser geschützt werden als das, was Menschen auch im Bus sagen würden."

Manche Nutzer verwenden VPN-Dienste auch, um sich gezielt eine IP-Adresse aus dem Ausland zu besorgen. Damit wollen sie Geoblocking umgehen und zum Beispiel Filme anzuschauen, die nicht in Deutschland, aber etwa in den USA verfügbar sind. Allerdings merken das die betroffenen Anbieter. Die Streaming-Seite Netflix hat im vergangenen Jahr einige VPN-Dienste ausgesperrt.

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Geo-Blocking

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Es wird zunehmend schwerer, die US-Variante im Ausland zu sehen. Doch es gibt Hoffnung.   Von Sara Weber

Auf Serverstandort und Bezahlmethode achten

Bestimmte VPN-Anbieter pauschal zu empfehlen, ist wenig hilfreich, da unterschiedliche Nutzer auch unterschiedliche Interessen haben. Der eine möchte nicht von den Geheimdiensten der USA ausspioniert werden und nimmt dafür eine langsamere Verbindung in Kauf, solange der Dienst nur ethisch handelt. Der andere will die neuesten US-Serien schauen und will deshalb eine amerikanische IP-Adresse und gute Übertragung. Wieder andere wollen im Café-Wlan einfach sicherer surfen. Mögliche VPN-Nutzer sollten sich also im Vorfeld darüber klar sein, was sie mit dem VPN anstellen möchten und auf welche Merkmale sie besonderen Wert legen.

Einen umfangreichen Vergleich von VPN-Diensten bietet die Webseite That One Privacy Site. Der Betreiber nennt sich nur That One Privacy Guy und will passenderweise anonym bleiben. Im Netz hat er keine verlässlichen Informationen über verschiedene VPN-Dienste gefunden. Zu viel versteckte Werbung, zu wenig detaillierte Informationen, lautet sein Vorwurf. Also begann er selbst, Dienste zu vergleichen.

Herausgekommen ist eine umfangreiche Tabelle, in der verschiedene Anbieter nach Dutzenden Kriterien bewertet werden. Ein wichtiges Kriterium ist auch, in welchem Land die Server des Anbieters stehen. Australien, Kanada, Neuseeland, Großbritannien und die USA, die Länder aus dem Spionagebündnis Five Eyes, sollte man demnach generell meiden.

Auf den Kundenservice achten

Ebenfalls wichtige Fragen bei der Auswahl sind der Webseite zufolge: Wie viele Daten werden über den Nutzer gespeichert? Kann er anonym bezahlen? Spendet das Unternehmen an Organisationen, die sich für Privatsphäre einsetzen? Andere Kriterien sind zum Beispiel die Methode der Verschlüsselung, die Geschwindigkeit der Verbindung oder der Preis - die meisten VPN-Anbieter verlangen etwa fünf bis zehn Euro im Monat für ihren Dienst. Das BSI empfiehlt, auf den Kundenservice der Unternehmen zu achten. Sollte es zu technischen Problemen kommen, ist eine englischsprachige Hotline oft nicht sehr hilfreich.

Auch für die Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation (EFF) ist der Standort der Server wichtig. Außerdem sollen Nutzer auf VPN-Dienste verzichten, die eine Kreditkarte verlangen. Besser: mit der Kryptowährung Bitcoin zahlen.

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