Allmächtige Algorithmen "Google ist nur deshalb so gut, weil es keine Gegner gibt"

Wie genau würde das aussehen?

Unternehmen, die mit Daten handeln, dürfen das nur dann tun, wenn sie sowohl der Regulierungsbehörde als auch den Nutzern mitteilen, woher die Daten kommen und an wen sie verkauft werden. Wir müssen erfahren, was diese Unternehmen über uns wissen. Nur so können wir beurteilen, ob es sich für uns lohnt, ein Netzwerk zu benutzen. Das gilt auch für Facebook. Den Nutzern muss transparenter kommuniziert werden, warum etwas angezeigt wird und warum nicht.

Die digitale Welt befindet sich im Wandel. Firmen, die vor ein paar Jahren als unfassbar groß galten, existieren heute nicht mehr. Ist es nicht denkbar, dass Google ein ähnliches Schicksal ereilt?

Das höre ich nun seit zehn Jahren. Manche glauben, dass die Ökonomie fair sei und diejenigen belohne, die hart genug arbeiten. In jeder Garage könne der Computer stehen, auf dem das nächste Großprojekt erfunden wird. Die Wahrheit ist: Google hat Millionen dieser Computer. Google ist alternativlos. Das Unternehmen benutzt seine Kundschaft.

Wie meinen Sie das?

Google ist nur deswegen so gut, weil es keine echten Gegner gibt und wir alle gemeinsam mitmachen. Jede Suchanfrage von uns macht den Dienst besser. Was die Nutzer leisten, in Form von Suchanfragen, das ist klassische Arbeit. Dadurch entsteht eine kollektive Intelligenz, die wir Google nennen. Aber das Geld, das dadurch entsteht, bekommen wir nicht. Das kriegen die Investoren. Google sollte seinen Nutzern Geld zahlen.