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FBI-Akte von Apple-Gründer Steve Jobs:Betrügerisch und offen für Drogen

Machthungrig und von fragwürdiger Moral: In einer jetzt veröffentlichten FBI-Akte zeichnen Weggefährten von Steve Jobs ein wenig schmeichelhaftes Bild des Apple-Gründers. Einen Beraterposten im Weißen Haus bekam Jobs aber trotzdem - und hatte Zugang zu streng geheimen Akten.

Das FBI hat Apple-Gründer Steve Jobs für einen Beraterposten im Weißen Haus durchleuchtet. In der jetzt veröffentlichten knapp 200 Seiten dicken Akte der US-Bundespolizei zeichnen Personen aus seinem Umfeld ein negatives Bild des im Oktober vergangenen Jahres gestorbenen Jobs. Er wird in den 1991 geführten Interviews als betrügerisch und machthungrig beschrieben.

Steve Jobs

Betrügerisch und visionär: Von Apple-Gründer Steve Jobs wird in Interviews des FBI ein widersprüchliches Bild gezeichnet.

(Foto: dpa)

Einer der Befragten, die für eine Stelle im Exportrat des damaligen Präsidenten George Bush senior Licht auf die Persönlichkeit von Jobs werfen sollten, erklärte darin den FBI-Agenten, dass seine Macht Jobs dazu gebracht hätte, Ehrlichkeit und Integrität aus den Augen zu verliehen.

Ein Zweiter beschrieb den im Vorjahr verstorbenen Apple-Gründer als "betrügerisches Individuum", das nicht ehrlich sei und immer wieder die "Wahrheit verdreht", um seine Ziele zu erreichen. Das Wall Street Journal, das die Freigabe der Akte beantragt hatte, zitiert aus mehreren Interview, in denen Jobs' Moral in Zweifel gezogen wird.

In den Interviews entsteht ein teilweise widersprüchliches Bild einer komplexen Persönlichkeit. Andere Befragte zeichneten ihn als willenstark und fleißig mit unermüdlicher Energie und einer Vision. Für den Beraterjob empfahlen die Interviewpartner ihn trotz aller Kritik. Das Handelsministerium bestätigte am Donnerstag, dass Jobs unter Bush senior später tatsächlich im Exportrat saß.

Die Akte enthält bereits Details, die der breiten Öffentlichkeit mit Erscheinen der Steve-Jobs-Biographie im Herbst vergangenen Jahres bekannt wurden. Neu ist, dass Jobs von 1988 bis 1990 eine Freigabe für geheime Informationen der Stufe "Top Secret" hatte, sowie der Bericht von einer Bombendrohung, mit der 1985 vom Apple-Gründer eine Million Dollar erpresst werden sollte.

Ominöse Bombendrohung

Den damaligen Ermittlungsunterlagen zufolge, die Teil von Jobs' FBI-Akte sind, rief ein Unbekannter im Februar 1985 bei Apple an und behauptete, er habe Bomben in drei Häusern deponiert. Das Geld sollte in einem Zug übergeben werden. Sollten die Behörden informiert werden, drohte er, an einem nicht genannten Ort einen weiteren Sprengsatz zu zünden. Jobs und die anderen Erpressungsopfer schalteten trotzdem das FBI ein. Es wurden allerdings weder Bomben noch der Erpresser gefunden.

Das FBI befragte 1991 mehr als 30 Weggefährten, ehemalige Kollegen und auch Nachbarn von Jobs. Ziel war nicht nur, vor einer Berufung in ein Beratergremium des damaligen US-Präsidenten George Bush Meinungen einzuholen - es sollte auch festgestellt werden, ob es in seiner Vergangenheit etwas gab, weswegen er erpresst werden könnte. In die Akte kamen daher nicht nur die Kritik einstiger Mitstreiter, sondern auch seine Experimente mit Marihuana und LSD in der Jugendzeit und die zunächst fehlende Unterstützung für eine Tochter aus einer vorehelichen Beziehung.