3-D-Drucker:Teures Spielzeug mit Zukunftspotential

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Es gibt Einsteigermodelle, die sich Privatleute mit dem nötigen Enthusiasmus leisten können. So bietet die US-amerikanische Firma "Desktop Factory" ein Gerät für umgerechnet rund 3600 Euro an. "Wir wollen 3-D-Drucker so weit in Büros, Fabriken, Schulen und bei den Menschen zu Hause verbreiten, wie es Laser-Drucker heute sind", heißt es in der Werbung der Firma.

Ein Hauch Science Fiction: 3D-Drucker spucken Gegenstände aus

Der 3-D-Drucker der Technischen Universität Berlin ist in etwa so groß wie ein Backofen.

(Foto: dpa-tmn)

Experten wie Hartmut Schwandt bleiben skeptisch. "Das ist noch nicht absehbar. Meiner Meinung nach ist das ein extremes Nischenprodukt und wird es auch noch eine Weile bleiben. Aber es ist eben ein schönes Spielzeug."

Schön, aber teuer, denn zum Grundpreis kommen bei jedem Druck die Materialkosten dazu. Eine Tonne Gips für den 3-D-Drucker kostet zum Beispiel rund 2500 Euro. Pro Kubikzentimeter 3-D-Druck entstünden folglich Kosten von etwa ein bis drei Euro, sagt Schwandt.

Bestellt beispielsweise ein Architekt bei ihm im Labor ein kleines Modell von einem Haus, muss er dafür zwischen 100 und 300 Euro bezahlen. Problematisch sind auch die langen Druckzeiten: Bis zu 40 Stunden kann ein 3D-Druck dauern.

Vernünftige 3D-Daten unverzichtbar

Schwandt empfiehlt Hobby-Designern, sich kein Gerät zu kaufen, sondern bei Bedarf das Objekt zu bestellen - wie bei Digitalfotos. Dafür müssen sie mit Programmen wie dem kostenlosen SketchUp eine Vorlage erstellen. Bei Dienstleistern wie Fabberhouse und Sculpteo können Nutzer ihre Konstruktionen hochladen und drucken lassen.

Schwandt rät allerdings dazu, ein Geschäft anzusteuern. Denn der 3D-Druck sei beratungsintensiv: "Der Kunde muss vernünftige 3D-Daten liefern, und dazu sind viele nicht in der Lage und brauchen Hilfe." Der Vorteil des Bestellverfahrens: Man kann seine Objekte sogar in Schwandts Lieblingsmaterial ausdrucken - Kartoffelstärke. "Das kann man nach dem Drucken theoretisch einfach wieder aufessen."

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