Da stand plötzlich dieser Begriff: "s1ms". Und zwar genau an der Stelle im Programmcode, die dafür da ist, SMS-Nachrichten auszuforschen. Der Begriff könnte für "simsen" stehen, das "i" wäre in der Hackersprache szenetypisch durch eine "1" ersetzt worden. "Simsen" ist nur in Deutschland für das Schreiben von SMS gebräuchlich. Dieses Wort in dem Programmiercode deutet auf deutschsprachige Urheber hin, so das Urteil zweier Sicherheitsforscher. Sie haben 28 mächtige Überwachungsprogramme analysiert - und neben dem Begriff "s1ms" weitere Hinweise gefunden, dass die digitalen Werkzeuge von einem Münchner Hersteller stammen könnten, der bereits in der Kritik steht: von Finfisher.
Finfisher:Hacker decken Verbindungen von Spionage-Software zu Münchner Unternehmen auf
Kunst mit Licht: Teilnehmer des CCC-Kongresses in Leipzig vor einer Installation.
(Foto: Getty Images)- Sicherheitsforscher des Chaos Computer Club haben 28 Überwachungsprogramme analysiert und Hinweise im Code gefunden, dass sie vom umstrittenen Hersteller Finfisher stammen könnten.
- In der Türkei wurden mit Software des Unternehmens wohl Oppositionelle bespitzelt.
- Der Chaos Computer Club veröffentlicht die untersuchten Programme und hofft auf weitere Analysen durch die globale Hacker-Community.
Von Max Hoppenstedt, Leipzig
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