Das Konzept von Leistungskursen bestand darin in zwei selbstgewählten Fächern mehr Schulstunden bei höheren Niveau zu belegen, um mehr Punkte fürs Abitur zu sammeln. Ist man jedoch in allen Fächer gleich schlecht, fällt die Wahl schwer. Dies belegten meine unterdurchschnittlichen Noten in meinen Leistungskursen Mathe und Geschichte, die von Halbjahr zu Halbjahr schlechter wurden.

Die Quittung kam in der schriftlichen Abiturprüfung. An zwei von 15 möglichen Punkten ließ sich nicht viel herumrechnen. Ich verstand nichts von Mathematik. Obwohl ich das Abitur mit 3,4 gerade so bestanden hatte, musste ich in die mündliche Nachprüfung. Ich lernte fleißig und beantwortete alle Fragen an der Tafel korrekt - bis zu dem Punkt, an dem mein mathematisches Wissen schlicht erschöpft war. Mein Lehrer konnte sich für all mein Desinteresse an seinem Fach rächen. Doch genau in diesem Augenblick war die Zeit für Fragen um und ich verließ den Raum mit elf Punkten.

Daniel Wüllner, SZ.de, Social Media

Bild: oH 27. Juli 2018, 09:252018-07-27 09:25:14 © SZ.de/mkoh/leja