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Wohnsitz-Prämie für Studenten:50 Euro für jedes Semester

Besonders gut meinten es lange Zeit die kleinen Nachbarn Berlins mit den eigenen Studenten: In Potsdam bekamen all jene, die sich an der Hochschule einschrieben und ihren Hauptwohnsitz nach Potsdam verlegten, bisher 50 Euro - nicht als einmalige Begrüßung, sondern als Willkommensgeschenk für jedes Semester in der Stadt. Mehr als zehn Jahre lang zahlte Potsdam diesen Bonus aus; nun aber sieht die Stadtverordnetenversammlung keine Notwendigkeit mehr dafür.

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Die Stadt habe ihre Ziele ja erreicht, erklärt Oberbürgermeister Jann Jakobs. Heute gibt es in Potsdam einen Wohnungsleerstand von etwa 1,8 Prozent - 2001, im Jahr der Einführung des Begrüßungsgeldes stand in der Stadt noch jede zehnte Wohnung leer. In der Zwischenzeit konnte Potsdam seine Einwohnerzahl von 129.000 auf 159.000 steigern.

23 Prozent der Einwohner Potsdams sind inzwischen Studenten. Und der Großteil von ihnen hat mittlerweile seinen Erstwohnsitz in der Landeshauptstadt. Dies hat die Politik unlängst dazu bewogen, das Begrüßungsgeld ab dem Wintersemester zu streichen. Dadurch spart sich die Stadt im Jahr etwa 240.000 Euro - keine Unsumme, aber ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt.

Strafe statt Belohnung in Stuttgart

Doch es gibt auch Uni-Städte, die es nicht für nötig halten, Studenten mit zusätzlichen Angeboten zu locken. Statt auf Belohnung setzen etwa Stuttgart oder Freiburg auf empfindliche Strafen für Studenten, wenn sie der Aufforderung, sich in der neuen Heimat anzumelden, nicht nachkommen.

Die sogenannte Zweitwohnsitzsteuer wird dann fällig, wenn die Studenten lieber in ihrer Heimatstadt gemeldet bleiben: Sie beträgt in der Regel zehn Prozent der jährlichen Kaltmiete am Studienort. Stuttgart handelt so, weil nach Angaben der Stadtverwaltung nicht einmal 20 Prozent der Studenten ihren Hauptwohnsitz verlegen.

In Berlin ist die Debatte über eine Aufstockung des Begrüßungsgeldes noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise liegt das daran, dass die Hauptstadt ohnehin nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Wer dort studieren will, macht sich meist keine Gedanken, ob ihn der Senat mit einer Überweisung begrüßt oder nicht. Sondern eher, ob er eine kostengünstige Wohnung findet.