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Schule:"In manchen von diesen Chats geht es vogelwild zu"

Smiling friends using mobile phone while sitting at bus stop

Keine Klasse ohne Chat. Aber auch keine Klasse ohne Chat, in dem nicht irgendwann was Scheußliches gepostet wird.

(Foto: Getty Images/Maskot)

Auf Whatsapp teilen Schüler Hausaufgaben, den Frust über das Mathe-Abitur - und manchmal Pornos und Beleidigungen. Wie sollen Eltern und Lehrer damit umgehen?

Von Mareen Linnartz

Aus dem Leben einer Sechstklässlerin, die Schule ist noch nicht lange aus, das Smartphone wieder an. Es piepst. Noch einmal. Und noch einmal. Pieppieppiep. Wie eine Maus, die Hunger hat. Jeder Piep eine Mini-Botschaft in verkürzten Codes. WG? - Wie geht's?, GD? - Gut, und dir? Die His sind ein erstes Warmlaufen, ein Handzeichen, wer gerade überhaupt mit von der Partie ist. Über den Nachmittag nimmt der Klassenchat dann Fahrt auf. Lachende Emojis werden verschickt, Neuigkeiten gemeldet: Lisa und Lena, OMG, haben ihren Tiktok-Account aufgelöst! Tiktok, für Nichteingeweihte, ist eine Kurzvideo-Plattform mit Social-Media-Funktionen, weltweit eine der sich am schnellsten verbreitenden Apps. Lena und Lisa sind 16-jährige Influencer-Zwillinge, die gerne singen. Nächste Nachricht, kurz eingeworfen: Weiß jemand die Mathe-Hausix, S. 13, Aufgabe 2b? - Nö, Kp - Kein Plan. Man kann diese Form der Konversation ausufernd und etwas sinnfrei finden, als Eltern, als Lehrer und Lehrerin. Oder unterhaltsam und praktisch, als Schüler, als Schülerin. Aber egal, was man davon hält: Jenseits der Grundschule hat heute fast jede deutsche Klasse einen Chat.

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