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Von der Anmeldung bis zum Dr.:Wie läuft eine Promotion ab?

Wie findet man einen Doktorvater? Was ist ein Rigorosum? Und wann darf man endlich den Doktortitel führen? Doktoranden verbringen meist Jahre mit ihrer Dissertation - was in dieser Zeit und nach der Promotion alles auf sie zukommt.

Wer sich zur Promotion anmeldet, hat einen langen Weg vor sich: Viereinhalb Jahre sind Doktoranden im Schnitt mit ihrer Arbeit beschäftigt. Wie dieser Weg genau aussieht, kann von Uni zu Uni und Fach zu Fach ganz unterschiedlich sein, aber einige grundsätzliche Gemeinsamkeiten gibt es.

Sind alle formalen und persönlichen Voraussetzungen für eine Promotion erfüllt, können sich Absolventen zum Promotionsverfahren anmelden. Während die Promotion wörtlich eine "Beförderung" und im eigentlichen die Verleihung des Doktorgrades bezeichnet, umfasst das Promotionsverfahren zum einen das Schreiben der Dissertation oder Doktorarbeit und zum anderen die daran anschließende mündliche Prüfung.

Die Doktorarbeit ist eine selbständig erstellte wissenschaftliche Arbeit, die einen Beitrag zur Forschung im jeweiligen Fachgebiet leistet. Doktoranden erstellen sie meist über mehrere Jahre hinweg entweder in Eigenregie, an Graduiertenkollegs oder in Promotionsstudiengängen.

Meist arbeiten sie mehr oder weniger eng mit einem Doktorvater oder einer Doktormutter zusammen, der oder die die Arbeit betreut. Ihn oder sie suchen sich angehende Doktoranden in der Regel vor der Anmeldung und Zulassung zum Promotionsverfahren. Im Idealfall ist es ein Professor, dessen Forschungsgebiet dem eigenen Thema nahe ist und den man bereits aus dem Studium kennt. Aber auch unbetreute Dissertationen sind grundsätzlich möglich.

Extern oder intern promovieren

Die Zusammenarbeit kann höchst unterschiedlich aussehen: Manche Doktoranden sind ohnehin am Lehrstuhl ihres Doktorvaters oder ihrer Doktormutter beschäftigt, unterstützen diesen in seiner Arbeit, halten Seminare oder Vorträge. Andere promovieren extern, sodass es an ihnen beziehungsweise am Betreuer liegt, wie intensiv sie sich über den Fortgang der Arbeit austauschen und wie intensiv der Betreuer die Dissertation begleitet und formt.

Während der Arbeit an der Dissertation kann es, je nach Prüfungsordnung, auch außerhalb von Promotionsstudiengängen noch nötig sein, Seminare zu besuchen und Scheine zu erwerben. Auch die Teilnahme an Ober- oder Doktorandenseminaren oder die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in Fachpublikationen wird teilweise erwartet.

Wie lange jeder Doktorand mit seiner Arbeit beschäftigt ist und wie viele Seiten die Dissertation am Ende füllt, ist von Fachbereich zu Fachbereich sehr unterschiedlich. In der Medizin entsprechen Dissertationen in Zeitaufwand und Umfang teils eher Bachelorarbeiten anderer Fächer. In den Geisteswissenschaften dagegen sind Dissertationen mit einem Seitenumfang im hohen dreistelligen Bereich keine Seltenheit mehr.