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Urheberrecht an der Uni:Nutzer brauchen eine einheitliche Regelung

Seit zehn Jahren ist das Urheberrecht an Universitäten ein hitzig diskutiertes Thema. Die Schöpfer wünschen sich mehr Schutz und eine bessere Entlohnung ihres geistigen Eigentums. Die Nutzer brauchen eine einheitliche Regelung, um nicht jedes verwendete Bild, jedes Zitat einzeln entschädigen zu müssen.

Zum Jahreswechsel hat der Bundestag den Paragrafen 52a des Urhebergesetzes zum dritten Mal vorläufig bis Ende 2014 verlängert. Diese Schrankenregelung des Urheberrechts, auch Wissenschaftsparagraf genannt, erlaubt Schulen und Hochschulen "kleine Teile eines Werkes oder einzelne Beiträge aus Zeitungen oder Zeitschriften für den Unterricht oder die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung stellen", sagt Brigitte Wojcieszynski. Sie ist Mitglied in der Arbeitsgruppe Urheberrecht an der Ruhr-Universität Bochum. "Das kann auf Papier im Semesterapparat oder Online geschehen."

Was ist ein "kleiner" Teil?

Die Bedingungen: Es darf kein kommerzieller Zweck verfolgt werden, die Werke dürfen nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich sein (zum Beispiel im Uni-Intranet) und sie müssen dem Lehrstoff folgen. Dafür zahlen die Hochschulen eine Pauschale an sogenannte Verwertungsgesellschaften, die wiederum die Urheber entlohnen.

Der Knackpunkt daran: Was ist ein "kleiner" Teil? Zumindest für die Schulen wurde nach langem Hin und Her vergangenes Jahr eine Definition gefunden. Zehn Prozent eines Druckwerks, maximal 20 Seiten, dürfen für die Veranschaulichung des eigenen Unterrichts eingescannt, auf Medien wie USB-Sticks abgespeichert und über Träger wie Whiteboards den Schülern zugänglich gemacht werden. Zuvor war dies nur analog, also auf Papier, erlaubt. E-Learning oder Internetschulen hätte es damit nicht geben können.

An den Universitäten ist man noch nicht so weit. Hier wurde nie konkret geregelt, welchen Umfang die Teile eines Werkes haben dürfen, die Dozenten oder Studenten für ihre wissenschaftliche oder unterrichtende Arbeit nutzen. Lediglich an zahlreichen Gerichtsurteilen kann man sich orientieren.

So urteilte das Oberlandesgericht Stuttgart, 91 Seiten seien kein "kleiner Teil". Dem Gericht zufolge erlaubt der Paragraf 52a außerdem nur die Ansicht auf dem Bildschirm und keinen Ausdruck oder Download. Der Alfred Kröner Verlag hatte in dem Fall gegen die Fernuniversität Hagen geklagt, die 91 Seiten des Lehrbuchs "Meilensteine der Psychologie" ohne Genehmigung in den elektronischen Semesterapparat gestellt hatte.

Die dritte Verlängerung des Wissenschaftsparagrafen soll laut Politikern die letzte gewesen sein. Studenten und Dozenten, aber auch die Urheber, sollen endlich definitiv wissen, was erlaubt ist und was nicht.

© SZ vom 15.04.2013/jobr
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