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Unbearbeitete Bafög-Anträge:Die Anträge stapeln sich

Auch personelle Engpässe in den Studentenwerken sorgen für Wartezeiten, zudem waren viele Gesetzesänderungen der vergangenen Jahre bei der Bafög-Anrechnung zwar "gut gemeint, verursachen aber mehr Bearbeitungsaufwand", sagt Leismann. Die Sachbearbeiter müssten immer mehr Details berücksichtigen, etwa die Riester-Rente bei den Eltern. Die komplizierter werdenden Lebensverhältnisse mit vielen Patchworkfamilien verzögere die Bearbeitung zusätzlich. Viele Eltern reichten etwa ihre Einkommensnachweise erst spät oder gar nicht ein. Neue Urteile zu den Anrechnungen beim Bafög, etwa wenn die Studenten ein eigenes Auto haben, kämen hinzu.

Wir haben bereits vor einem Jahr unser Personal aufgestockt, doch dann kamen noch mehr Anträge als erwartet", rechtfertigt sich Leismann. Auch in seinem Studentenwerk seien deshalb etwa 15 Prozent der Anträge noch nicht bearbeitet. Um für die kommenden Semester vorzusorgen, plant Leismann jetzt, weitere Stellen auszuschreiben.

Neue Stellen hat auch das Studentenwerk Augsburg geschaffen. Zwei neue Sachbearbeiterinnen wurden eingestellt. "Diese können jedoch erst nach einer längeren intensiven Einarbeitungszeit zu einer spürbaren Entlastung beitragen", sagt Studentenwerkssprecherin Katharina von Saucken-Griebel. Das gleiche gelte für weitere Mitarbeiterinnen, die für ausgeschiedene Kollegen neu eingestellt wurden. Auch im Studentenwerk Augsburg sind noch längst nicht alle 3850 Erstanträge bearbeitet. Die noch unbearbeiteten Anträge sollen in den kommenden Wochen fertig werden.

Dass sie bald ihr Geld bekommt, hofft auch Muriel Bourier. "Ich habe schon versucht, beim Amt anzurufen, aber es war immer belegt", sagt sie. Sie hat keine reichen Eltern. Inzwischen rechnet ihr ihre Mutter vor, dass durch die zusätzlichen Ausgaben für die Tochter schon am Anfang des Monats kein Geld mehr auf dem Konto sei. Bourier macht sich aber noch andere Gedanken: "Eigentlich müsste ich ja schon bald den Antrag für das nächste Semester stellen."