Umfrage unter Schulleitern "Das kann nicht der Anspruch sein"

Das dürfte auch mit der Bezahlung zusammenhängen.

Mit Sicherheit. Die Leitung einer Schule ist vergleichbar mit der eines mittelständischen Betriebes - der Lohn aber ist es nicht. Dazu kommt, dass man als Mitglied der Schulleitung in vielen Ländern insbesondere an Grundschulen nicht wesentlich besser verdient als normale Lehrkräfte. Die fragen sich natürlich: Warum soll ich mir den Stress antun?

Als größtes Problem bewerten die Schulleiter den bundesweiten Lehrermangel. Vielerorts werden mittlerweile Pensionisten zurück in die Klassenzimmer gerufen, damit der Unterricht überhaupt noch stattfinden kann.

De facto ist das eine Bankrotterklärung des Bildungssystems. Die Politik hat es definitiv verschlafen, für genügend Nachwuchs zu sorgen. Wenn man sich aktuelle Zahlen ansieht, werden wir mindestens für die kommenden zehn Jahre damit leben müssen, dass massenweise Seiteneinsteiger unterrichten werden.

Müssen die zwingend schlechte Lehrer sein?

Natürlich gibt es auch Naturtalente und sie können durchaus eine Bereicherung sein. Zudem sind die Schulen angesichts der Misere auf dem Lehrermarkt froh über diejenigen, die unterrichten wollen. Aber es darf nicht sein, dass diese Kolleginnen und Kollegen, oft pädagogisch kaum vorqualifiziert, nach einer sehr kurzen Einführung einfach in die Klassen gestellt werden. Berufsbegleitend bildet man die Quereinsteiger dann fort - das kann beim besten Willen nicht der Anspruch sein in einem Land, das Bildung als wichtigste Ressource preist.

Wie lautet Ihr Vorschlag?

Mindestens ein halbes Jahr pädagogische Vorqualifizierung muss sein, dann können die Leute unterrichten. Währenddessen müssen sie aber trotzdem weiter fortgebildet werden. Diese Menschen werden längerfristig in den Schulen bleiben. In ihrem eigenen Interesse und besonders in dem der Schüler müssen wir sie darauf vernünftig vorbereiten. Natürlich kostet das Geld, das ist aber sehr gut angelegt.