Der Wiederkehrer

Das macht ihn aus: Während um ihn herum Jubel, Trubel und aufgeregte Heiterkeit herrschen, ist der Wiederkehrer zum Start des neuen Studiensemesters ganz entspannt - er fängt schließlich nicht zum ersten Mal ein Studium an und kennt den Ablauf. Und was bei seinen bisherigen - nach drei, beziehungsweise elf Semestern abgebrochenen - Versuchen in Philosophie ("Das war mir irgendwann zu theoretisch") und Vergleichenden Religionswissenschaften ("Das war mir irgendwann zu dogmatisch") nicht geklappt hat, das wird nun gewiss werden. Dieses Mal probiert der Wiederkehrer es mit etwas Handfestem: Lehrer werden schließlich immer gebraucht!

Seine erste Wortmeldung in einer Vorlesung: "Kann ich mir den Schein aus dem Seminar 'Moralvorstellungen im Katholizismus des späten 19. Jahrhunderts' aus dem Wintersemester 2009/10 anrechnen lassen?"

Das isst er in der Mensa: Als langjähriger Kenner weiß er, dass das Gulasch am Dienstag nichts taugt, die Spaghetti Bolognese am Mittwoch grausig sind und es sich eigentlich nur lohnt, freitags die Mensa zu besuchen: Da gibt's Kaiserschmarrn!

Das sagt er nach dem ersten Semester: "Endlich ein Fach, das zu mir passt! Wobei mich ja Ethnologie auch immer noch reizen würde."

Bild: Illustration: Jessy Asmus/SZ.de 17. Oktober 2018, 10:142018-10-17 10:14:41 © Süddeutsche.de/lala