Die Clique

Das macht sie aus: Die Clique ist entweder schon gemeinsam zur Schule gegangen oder hat in der ersten Uniwoche zusammengefunden (Seelenverwandtschaft, you know). Sie ist leicht zu erkennen am identischen Styling von der Chucks-Sohle bis zur geföhnten Ponywelle. Und auch was Sprachduktus, Ess-, Schlaf- und Feiergewohnheiten angeht, haben sich die Cliquenmitglieder perfekt synchronisiert. Es versteht sich von selbst, dass die Clique einen identischen Stundenplan hat, zusammen in der Hörsaal-Reihe sitzt und jede Gruppenarbeit gemeinsam macht.

Zwischenmenschlicher Kontakt ist nur innerhalb der Clique vorgesehen - da wird getuschelt und getratscht und gewhatsappt, dass es nur so sprüht vor Insider-Gags. Jedes Gespräch mit Nicht-Cliquenmitgliedern wird nur aus einem einzigen Grund geführt: Um hinterher gemeinsam darüber zu lästern.

Ihre erste Wortmeldung in einer Vorlesung: "Wir wollen gerne zu fünft die Seminararbeit schreiben. Wie, das geht nicht? Dann schreiben wir eben zu fünft zwei."

Das isst sie in der Mensa: Je nach Clique verschieden, Hauptsache alle dasselbe.

Das sagt sie nach dem ersten Semester: "Tschaui, bis morgen!"

Bild: Illustration: Jessy Asmus/SZ.de 17. Oktober 2018, 10:142018-10-17 10:14:41 © Süddeutsche.de/lala