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TU Berlin:"Damit muss und kann die Uni umgehen"

An der Uni in Dortmund ist ein "Raum der Stille" kürzlich geschlossen worden, weil es dort Probleme mit potenziellen Salafisten und der Trennung von Männern und Frauen gab. Haben Sie in Berlin Ähnliches erlebt?

Auf salafistische Umtriebe haben wir überhaupt keine Hinweise und auch sonst hat das mit dem Gebetsraum immer reibungslos funktioniert. Die Trennung zwischen Männern und Frauen allerdings haben wir hier auch: Sowohl im Gebetsraum wie auch beim Freitagsgebet sind nur Männer zugelassen. Das ist natürlich ein Zustand, den die deutsche Verfassung nicht vorsieht. Es war für die Abschaffung aber nicht der zentrale Grund.

Die Uni Köln plant, noch in diesem Jahr einen "Raum der Stille" für Menschen aller Konfessionen einzurichten. Wäre das auch an der TU Berlin eine Lösung?

Darüber haben wir nachgedacht, den Gedanken aber erst einmal aus rein praktischen Gründen verworfen. Wollte man Studierenden aller Konfessionen so ein Angebot machen, müssten wir eine so große Fläche zur Verfügung stellen, wie wir sie schlicht nicht haben. Ich möchte aber nicht völlig ausschließen, dass wir in einigen Jahren einen solchen überkonfessionell nutzbaren Raum an der TU eröffnen.

Gegen die aktuelle Abschaffung des Gebetsraumes gibt es bereits eine Petition. Befürchten Sie umfangreiche Proteste, wenn der Raum am 14. März geschlossen wird?

An der Uni sind wir es gewohnt, bei Entscheidungen auf Widerstand der Studierenden zu treffen. Gewöhnlich geht es dabei um Prüfungsordnungen oder dergleichen, nun eben um den Gebetsraum. Damit muss und kann die Uni umgehen.

Uni-Städte in Deutschland

© SZ.de/rus
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