Tipps fürs Studium:Ausweg auch für sture Studierende

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Nun gibt es Menschen, die sich stur ein bestimmtes Fach in den Kopf gesetzt haben. Selbst hier finden sich Mittel und Wege zum Traumberuf. Matthias Schwarzmüller macht das am Beispiel des Studienfachs Anglistik deutlich: "Nehmen wir an, jemand hat die Prüfungen samt und sonders in den Sand gesetzt. Anglistik darf er dann im Geltungsgebiet des Grundgesetzes nicht mehr belegen. Findet er aber ein Fach, das beispielsweise ,Englische Geschichte und Literatur' heißt, dann darf er sich dort einschreiben."

Das ist ein schöner Nebeneffekt der oft der Eitelkeit von Professoren geschuldeten Variationsbreite bei der Namenswahl von Studienrichtungen. "Er kann natürlich auch dasselbe Fach an einer Hochschule im Ausland studieren", erklärt Schwarzmüller, "es sei denn, die Bestimmungen der aufnehmenden Uni schließen das aus."

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wo man unter anderem Maschinenbau, Elektrotechnik oder Mechatronik studieren kann, haben Doppelversager im Schriftlichen die Option, anschließend in einer mündlichen Prüfung Boden wettzumachen. "Wenn ein Kandidat das Angebot nicht annimmt oder erneut durchfällt, ist der Prüfungsanspruch in diesem Studiengang und in den fachlich benachbarten Studiengängen an allen deutschen Universitäten endgültig verloren", sagt Studienberater Michael Kurth.

Was geht, hängt vom Fach ab

Auf den Umstieg eines Maschinenbauers auf Materialwissenschaft oder Mechatronik würden sich die Karlsruher nicht einlassen. "Was geht", sagt Kurth, "hängt davon ab, in welchem Fach er durchgefallen ist."

Wer an der Universität ohne Wenn und Aber durchgefallen ist und partout dasselbe Fach studieren will, kann immer noch an eine Fachhochschule gehen. "Oder ins Ausland oder in ein anderes Bundesland, dessen Hochschulgesetz eine weniger strikte Einschreibvorschrift enthält", rät Rosemarie Winterfeld, die Leiterin der Abteilung akademische Angelegenheiten an der Kieler Universität.

Oder an eine private Hochschule? "Sie unterliegen nicht den strengen Einschreib- und Zulassungsregeln des Hochschulgesetzes", sagt sie. "Da fragt vermutlich niemand nach."

Dagegen protestiert Steffen Löv aufs heftigste. "Wir haben die strengsten Wiederholungsregelungen in Rheinland-Pfalz", betont der Programmdirektor an der privaten WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar. "Denn wir wollen das Studium für unsere Studierenden nicht mit Wiederholungsprüfungen verlängern. Schließlich kostet jedes Semester Studiengebühren." Jede Prüfung dürfe man genau einmal wiederholen.

Einmal im Verlauf des Studiums könne man den Joker ziehen und eine Ergänzungsprüfung ablegen. "Schlimmstenfalls bleibt die Möglichkeit, an eine Hochschule mit einer liberaleren Prüfungsordnung zu wechseln", sagt Löv und beschreibt damit den rettenden Ausweg. Doch er schränkt seine Aussage gleich wieder ein: "Ein solcher Wechsel ist oft mit einem großen Zeitverlust verbunden."

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