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Studium:Die Qual der Master-Wahl

Studierende in Köln

Welcher Hörsaal soll es sein? Dass es immer mehr Studiengänge gibt, macht die Auswahl des richtigen Fachs nicht unbedingt leichter.

(Foto: dpa)

In Deutschland kann man sich zwischen mehr als 20 000 Studienfächern entscheiden - das sind 17 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Die Zahl der Studiengänge in Deutschland wird immer größer, noch nie zuvor hatten Studierende so viel Auswahl. Im Fünfjahresvergleich stieg das Fächerangebot an den Hochschulen um 17 Prozent auf mehr als 20 000 an. Insgesamt bieten die Hochschulen 2019 knapp 3000 Studiengänge mehr als im Jahr 2014, als Studentinnen und Studenten noch aus rund 17 000 Fächern auswählen konnten.

Die in absoluten Zahlen größten Zuwächse entfallen auf den universitären Bereich. Darunter befindet sich auch ein sehr großer Anteil Lehramtsstudiengänge. Dies teilte das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am vergangenen Donnerstag mit. Für die Studie wertete das CHE den Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) aus. Zwei Drittel aller neuen Fächer zählen demnach zu den weiterführenden Studiengängen im Masterstudium, das als ersten Hochschulabschluss einen Bachelor voraussetzt.

Beim Angebot für Studienanfänger gab es hingegen nur ein leichtes Plus. An staatlichen Hochschulen fiel der Anstieg absolut gesehen größer aus als an privaten. Bei etwa einem Drittel der neuen Fächer findet laut Studie eine Differenzierung statt: So wird zum Beispiel aus einem Teilbereich der Betriebswirtschaft der Studiengang Marketing ausgegliedert. Andere Angebote kombinieren verschiedene Disziplinen miteinander bis hin zur vollständigen Auflösung des disziplinären Bezugs in Gestalt von "themenfokussierten Studiengängen", wie etwa Gesundheitswissenschaften.

Im Bereich Gesundheit gab es einen Zuwachs an Studiengängen von 40 Prozent. Die Analyse der im Jahr 2018 und 2019 neu in den Hochschulkompass aufgenommenen Studiengänge zeigt, dass nur noch 20 Prozent nach einem "klassischen" Namensmuster, also zum Beispiel "Chemie" benannt werden. Rund 30 Prozent der neuen Studiengänge tragen einen englischsprachigen Namen. Laut Studie öffnen sich Fachhochschulen mit neuen Angeboten für neue Studentengruppen.

Einige Neuerungen stellen Fachhochschulvarianten klassischer universitärer Fächer dar. So gibt es heute das Fach Wirtschaftspsychologie an der FH, Universitäten bieten dagegen das stark nachgefragte Psychologiestudium an. Andere Studiengänge, etwa Hebammenwissenschaft, entstehen aus der Akademisierung neuer Berufsfelder.Die Zahl der Studienfächer sei in dem betrachteten Zeitraum konstant gestiegen, sagt Cort-Denis Hachmeister, Mitautor der CHE-Analyse. Seit 2014 kamen 5005 neue Fächer hinzu, 2036 fielen weg. Das macht ein Plus von 2969 Fächern.

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