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Studienfinanzierung:Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, als Arbeiterkind an die Uni zu kommen?

Statistisch betrachtet sind die Chancen weiterhin gering, sie haben sich aber leicht verbessert. Während es von 100 Akademikerkindern 71 (2005: 83) an die Hochschule schaffen, gelingt dies bei Arbeiterkindern nur 24 (2005: 23).

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(Foto: SZ-Graphik)

Auch Kinder aus "mittleren" sozialen Schichten haben nun etwas bessere Chancen als noch vor Jahren. "Die Daten zeigen erstmals eine bemerkenswerte soziale Öffnung für Bildungsaufsteiger", sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesbildungsministeriums, Thomas Rachel. Immer mehr junge Menschen aus "bildungsfernen" Schichten würden an die Hochschule gehen.

Kinder von Beamten studieren allerdings fast viermal so häufig wie Kinder von Arbeitern. DSW-Präsident Dobischat sagte, die "soziale Selektion" sei immer noch "erschreckend stabil".

Wie wirken sich die neuen Bachelor-Studiengänge aus?

Die wirtschaftliche und soziale Lage der Bachelor-Studenten unterscheidet sich kaum von ihren Kommilitonen in den alten Studiengängen. Sie bevorzugen aber stärker das Wohnheim und die Mensa und leben offenbar kostenbewusster.

Bachelor-Studenten an Fachhochschulen haben, Studium und Nebenjob zusammengenommen, eine 44-Stunden-Woche, Uni-Bachelor kommen auf 43 Stunden. Damit liegen sie im Mittelfeld aller Studiengänge. Der Zeitaufwand beim Bachelor hat sich demnach nicht generell erhöht.

Die "pauschale Klage" über einen übergroßen Lernaufwand werde durch die Daten nicht gestützt, sagte die Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel. Das Studentenwerk betont aber, fast jeder fünfte Bachelor-Student halte die zeitliche Belastung während des Semesters für zu hoch. Etwa die Hälfte aller Studenten sind bereits in den neuen Bachelor- und Master-Studiengängen eingeschrieben.

Wie wohnen und leben die Studenten?

Etwa jeder Vierte wohnt in einer WG, ein knappes Viertel bei den Eltern. Gut die Hälfte der Männer und fast zwei Drittel der Frauen haben einen festen Partner, weniger als fünf Prozent sind verheiratet. Fünf Prozent haben mindestens ein Kind.

Durchschnittlich 281 Euro gab jeder Student im vergangenen Jahr für die Miete aus, das sind sechs Prozent mehr als 2006. Acht Prozent der Befragten zahlten mehr als 400 Euro Miete, fast jeder Fünfte kommt dagegen mit weniger als 200 Euro aus. Im Wohnheim wohnt es sich am günstigsten.

Welches sind die teuersten Uni-Städte?

München ist am teuersten, dort geben Studenten allein für die Miete im Schnitt 348 Euro aus. Dahinter folgen Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Günstig lebt es sich in Chemnitz (210 Euro Miete). Weniger als 240 Euro fürs Wohnen zahlen Studenten außerdem in Leipzig, Magdeburg, Jena und Dresden.

Wie viele Studenten jobben?

Zwei Drittel aller Studenten sind erwerbstätig. Ihr Anteil liegt damit etwas höher als noch 2006. Die Studenten arbeiten durchschnittlich 13,5 Stunden in der Woche. Gut jeder vierte Jobber arbeitet sogar mehr als 17 Stunden in der Woche, was bereits einer Halbtagsstelle entspricht. Besonders häufig jobben Studenten freitags und samstags.