Studie zu Burn-out bei Pädagogen:"Den Lehrern fehlt es an Unterstützung"

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So kam auch in der Diskussion über das Gutachten zum Ausdruck, dass die Lösung nicht darin liege, noch mehr Seminare und Kompetenztrainings auf die Wochenenden zu verlegen. "Wir haben schon viele Studien gesehen, aber den Lehrern fehlt es an Unterstützung", sagte ein Arzt, zu dem viele Lehrer mit Burnout in die Sprechstunde kommen. "Sie erleben im Alltag ein Vielzahl von Attacken und können sich kaum wehren".

Klaus Wenzel, Vorsitzender des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) ergänzte: "Viele nehmen die Probleme aus den Klassenzimmern mit nach Hause." Dabei liebten die meisten ihren Beruf, betonte Wenzel. "Sie sind bereit, viel zu leisten, wenn sie einbezogen werden, fühlen sich aber hilflos, wenn sie Verordnungen einfach übergestülpt bekommen, wie es mit der Einführung des G 8 geschah".

Viele Lehrer fühlten sich allein gelassen, bestätigte Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Man müsse an den Schulen mehr miteinander ins Gespräch kommen, appellierte Dieter Kleiber, Gesundheitsexperte der Freien Universität Berlin. "Auch Schüler haben ein gutes Gefühl für die Klassensituation und die Kompetenz eines Lehrers", betonte Tobias Funk, Sekretär der Kultusministerkonferenz.

Applaus erntete Christof Prechtl, der Bildungsexperte des vbw, mit seinem Vorschlag: "Anstatt Maßnahmen von oben zu verordnen, sollte man vielmehr Teambildung fördern. Es ist nicht entscheidend, ob ein Schüler mehr oder weniger in einer Klasse sitzt. Da nimmt man lieber einige Lehrer beiseite und diskutiert mit ihnen Maßnahmen, wie man die Potenziale an der Schule ausschöpfen kann."

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