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Stipendium:Stiftungen wollen nicht nur Bedürftige unterstützen

"Meine Eltern verdienen zu viel"

Es stimmt: Viele Stipendien richten sich an Bedürftige. Bei der Vergabe spielt der Verdienst der Eltern eine Rolle, auch die Höhe der Zuwendung hängt dann vom Gehalt von Mutter und Vater ab. Doch verfolgen viele Stipendiengeber auch noch andere Ziele, etwa die Förderung von bestimmten Berufsgruppen oder Studierenden aus ihrer Region. Unabhängig davon können aber alle Stipendiaten bei den großen Begabtenförderungswerken monatlich 300 Euro Büchergeld bekommen. Ein Bewerbung lohnt sich also für jeden.

Manche Stiftungen gewähren neben Stipendien zinslose Darlehen, allerdings unter Einschränkungen. So muss, wer zum Beispiel von der Gustav-Schickedanz-Stiftung bedacht werden will, evangelischen Glaubens sein und seit mindestens fünf Jahren in Bayern leben.

Wieder andere Stiftungen machen ihre Zuwendungen geradezu vom Beruf der Eltern abhängig. Die Rosa-Schneider-Stiftung etwa unterstützt bedürftige Kinder von bayerischen Ärzten, insbesondere Waisen.

"Die Bewerbung für das Stipendium ist zu aufwendig"

Wer sich bei einem der großen Begabtenförderungswerke bewirbt, muss mit großer und leistungsstarker Konkurrenz rechnen. Entsprechend aufwendig ist das Bewerbungsverfahren: Zeugnisse, Motivationsaufsätze und Referenzen einreichen, in den nächsten Runden Einzelgespräche und Gruppendiskussionen bestehen - die Stipendiengeber schauen sich die Bewerber genau an. Laut einer - allerdings nicht repräsentativen - Umfrage unter den Nutzern der Datenbank Mystipendium aus dem Jahr 2016 wurden nur 13,5 Prozent der Bewerber genommen, ein Deutschlandstipendium ergatterten immerhin 19 Prozent. Mit mehr als 30 Prozent deutlich besser ist die Erfolgsquote bei kleineren Stiftungen, oft reichen für die Bewerbung schon Zeugnisse und ein Bewerbungsschreiben. Hier ist es eher die Kunst, das Stipendium zu identifizieren, das am besten zum eigenen Profil passt. Hilfreich bei der Suche nach passenden Angeboten sind neben der Datenbank Mystipendium die Suchfunktion auf der Webseite des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und die Stipendiendatenbank des Bundesbildungsministeriums.

"Ich wurde abgelehnt, jetzt kann ich's bleiben lassen"

Das Absageschreiben im Briefkasten ist erst einmal frustrierend, aber kein Grund aufzugeben. Viele Stiftungen lassen eine erneute Bewerbung zu, ob sofort oder nach einer bestimmten Wartezeit, steht in den jeweiligen Statuten. Und: Man kann sich natürlich auch bei mehreren Stipendiengebern gleichzeitig bewerben. Dasselbe Standardschreiben wahllos an zehn Stiftungen zu schicken, ist allerdings keine gute Idee. Wie bei der Job-Bewerbung sollte schon deutlich werden, warum es genau dieses Stipendium sein soll.

© SZ.de/mkoh/dd
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