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Sport-Stipendien im Ausland:Deutsche Sportler sind gern gesehen

US-Hochschulen nehmen gute deutsche Spieler vor allem dann gern, wenn sie Sportarten ausüben, in denen Amerikaner traditionell eher schwach sind. Überraschend viele Sportarten werden durch Stipendien unterstützt, darunter auch wenig populäre Disziplinen wie Ringen, Wasserball oder Turmspringen. Liedgens vermittelt jedoch vor allem Fußballer, Volleyballer, Schwimmer, Leichtathleten, Hockey- und Tennisspieler.

NCAA Final Four - Butler v Michigan State

Gerade in den USA gibtes eine gut organisierte Sport-Szene an den Hochschulen.

(Foto: AFP)

"Als Fußballer sollte man mindestens auf Landesliga-Niveau spielen, im Tennis Verbandsliga", sagt Liedgens. "In Basketball oder Football zum Beispiel müsste man schon auf absolutem Top-Niveau spielen, darin sind die Amerikaner selbst zu gut." Nicht alle jungen Talente werden von den Agenturen angenommen, gerade bei Sportarten, die in den USA populär sind, stehen die Chancen schlecht.

Sind die jungen Athleten aber erst mal aufgenommen, werden sie meist zügig vermittelt. "Wir können 80 Prozent unserer Sportler unterbringen", sagt Liedgens. Frauen haben bessere Chancen auf ein Stipendium als Männer. "Zum einen ist das Wettbewerbsniveau an den Unis für Frauen nicht ganz so hoch wie für Männer", sagt er. "Zum anderen schreibt eine Gleichberechtigungsregelung vor, dass genauso viele Frauen gefördert werden wie Männer. Und da es weniger Sportlerinnen als Sportler gibt, sind die Chancen für Frauen besser."

Für Alexandra Meuter aus Rottenburg am Neckar war das Sportstipendium vor allem eine Möglichkeit, nach dem Abitur für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Die Volleyballerin spielte damals in der Zweiten Bundesliga. "Ich hatte schon über Au-pair und Work and Travel nachgedacht", sagt sie, "aber den Gedanken, mein Auslandsjahr durchs Volleyballspielen zu finanzieren, fand ich noch besser." Die Agentur schätzte ihre Chancen als gut ein, produzierte ein Trainingsvideo über sie und schickte es an mehrere Colleges.

Meuter entschloss sich schließlich für das Vollstipendium der California State University in Los Angeles und belegte dort einen Krankenpflege-Kurs - mit dem Ziel, anschließend in Deutschland ein Medizinstudium aufzunehmen. Es war nicht immer einfach, den intensiven Trainingsplan und das Studium zu vereinbaren. Trotzdem begeisterte sie das Jahr an der Westküste. "Es war eine tolle Erfahrung, nicht nur wegen der eigenen sportlichen Entwicklung", sagt die 27-Jährige. "Man bekommt auch einen super Eindruck vom amerikanischen College-Leben." Inzwischen studiert sie wie geplant Medizin in München. Kürzlich zog es sie in die USA zurück - zu einem Promotionsjahr an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota.

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