Schulstart So finden Sie den perfekten Kinderschreibtisch

Falsche Sitzhaltungen am Kinderschreibtisch können zu Rückenschmerzen führen.

(Foto: dpa)

Neben Ranzen und Schultüte braucht ein neues Schulkind auch einen Schreibtisch mit Stuhl. Was man beim Kauf beachten sollte.

Von Sarah Mahlberg

Ein guter Schreibtisch und ein Schreibtischstuhl begleiten ein Kind oft viele Jahre. Spontankäufe oder mangelnde Beratung können Rückenschmerzen oder falsche Sitzhaltungen beim Kind verursachen. Von Verstellbarkeit über Beleuchtung bis zur Stabilität: die wichtigsten Punkte im Überblick:

Der Schreibtisch sollte verstellbar sein

Kinder wachsen schnell, ein guter Schreibtisch wächst mit und ist deshalb höhenverstellbar. Zwischen 56 Zentimetern untere Höhe und 82 Zentimetern obere Höhe sollten es sein, empfiehlt Tanja Cordes von der Aktion Gesunder Rücken. "Am besten ist es, die Kinder beim Kauf ausgiebig Probe sitzen zu lassen." Ob die Höhe noch passt, sollten Eltern alle sechs Monate überprüfen, rät Stiftung Warentest. Wenn das Kind in sitzender Position beide Füße unter dem Schreibtisch fest auf den Boden stellen kann und der Winkel von Ober- zu Unterschenkel mindestens 90 Grad beträgt, ist alles in Ordnung. Die Unterarme liegen dabei ebenfalls rechtwinklig zum Oberarm auf der Tischplatte, der Oberarm sollte entspannt sein.

"Eine leichte Neigung der Tischplatte ist angeraten, wenn das Kind mehr als zwei Stunden am Schreibtisch sitzt", sagt Orthopäde und Wirbelsäulenexperte Reinhard Schneiderhan. Diese Möglichkeit muss beim Kauf nicht auch noch mitberücksichtigt werden: Ein Stapel Bücher unter den Tischbeinen tut es auch, sagt Schneiderhan, sofern genug Stabilität gewährleistet sei. Wer nachmessen will: Mindestens 16 Prozent Neigung findet Tanja Cordes ideal.

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Der Tisch muss stabil sein

Beim Kauf des Tisches sollte man überprüfen, wie viel er aushält. "Man kann sich im Möbelhaus ruhig mal auf eine Tischkante aufstützen", rät Michael Weber vom TÜV Süd. "Droht der Schreibtisch dann zu kippen, hält er höchstwahrscheinlich auch nicht den Belastungen im Alltag stand."

Genug Arbeitsfläche

Auch jüngere Kinder arbeiten immer mehr mit Computer oder Laptop. Hierfür benötigen sie laut Weber etwa 80 Zentimeter der Tischbreite. Für das Lesen und Schreiben sollte man 60 Zentimeter Breite einplanen. Praktisch sind daher seitliche Tischerweiterungen, Ablagen oder gar eine zweigeteilte Tischplatte.

Mehr Licht

Wenn man den richtigen Schreibtisch gefunden hat, sollte man ihn auch an einem geeigneten Platz im Zimmer aufstellen, um das natürliche Licht auszunutzen. "Es muss ausreichend Licht von vorne geben und eine gute Lampe ist ebenso wichtig", sagt Schneiderhan. Diese sollte je nach Händigkeit positioniert werden. "Bei Rechtshändern muss das Licht von links und bei Linkshändern von rechts kommen", betont Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Ein passender Stuhl

Der Schreibtischstuhl sollte wie der Schreibtisch in der Höhe verstellbar sein und zur Größe des Kindes passen. Wenn es sich niedergelassen hat, sollte die Sitzfläche auf Kniehöhe sein und beim Sitzen nicht in die Kniebeugen drücken, rät Stiftung Warentest. Auf einem zu niedrigen Stuhl muss sich das Kind permanent strecken, was zu Verkrampfungen führen kann. Ein zu hoher Stuhl lässt den Oberkörper zusammensacken und hat langfristig Rückenschäden zur Folge. Gerade im Hinblick auf Arbeit am Laptop seien auch Armlehnen sehr wichtig, sagt Wirbelsäulenexperte Schneiderhan. Die Auflage der Unterarme entlastet Nacken und Halswirbelsäule deutlich. Eltern sollten zudem darauf achten, dass die Rollen des Schreibtischstuhls nicht zu leichtgängig sind, rät TÜV-Experte Weber. Ein gutes Zeichen sei es, wenn sich der Stuhl ohne Belastung relativ schwer bewegen lässt, aber beim Hinsetzen leichtgängig wird.

Aktives Sitzen

Still sitzen war gestern. Während längerer Sitzzeiten gilt es als rückenfreundlich, sich aus der geraden Haltung immer wieder mal vorzubeugen oder zurückzulehnen. Die Stuhllehne sollte die unterschiedlichen Sitzpositionen unterstützen, und zwar unterhalb der Schulterblätter beim Zurücklehnen und am Beckenrand beim Vorbeugen. Ein Stuhl mit Lendenbausch ist daher die richtige Wahl. Flexibel müsse die Lehne nicht unbedingt sein, sagt Schneiderhan. "Wenn die Jugend das Bedürfnis hat, sich nach hinten zu lümmeln, ist es eh besser, aufzustehen und umherzugehen, etwas Gymnastik zu machen oder einfach an die frische Luft zu gehen, um sich zu bewegen. Das beste Sitzen ist das Nicht-Sitzen."

Mit Material der dpa

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