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Schulen - Wiesbaden:Kommt die Corona-Testpflicht an Hessens Schulen?

Ausbildung
Ein Stapel Covid-19-Schnelltests liegen in einer Schule im Klassenraum. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Landtagsopposition fordert von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) eine klare Corona-Strategie für die Schulen nach den Osterferien. Die Verunsicherung sei enorm, und gerade deswegen sei ein klares Signal aus dem Kultusministerium erforderlich, mahnte am Freitag in Wiesbaden die Bildungsexpertin der Linke-Fraktion, Elisabeth Kula. Auch der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Degen, nahm Minister Lorz in die Pflicht. Ein Sprecher des Kultusministeriums kündigte noch vor Ablauf der Ferien eine grundsätzliche Entscheidung dazu an, wie es dann in den Schulen in Hessen weitergeht.

SPD-Politiker Degen erneuerte die Forderung nach einem strukturierten Wechselmodell an den hessischen Schulen nach den Osterferien. Die pandemische Lage sei nach wie vor mehr als ernst. "Spätestens jetzt muss ein verbindlicher und strukturierter Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht für alle Jahrgänge kommen." Der Plan der Landesregierung, alle Grundschüler an fünf Tagen in der Woche in die Schule zu schicken, sei dagegen "fahrlässig und falsch".

Der Präsenzunterricht sowie die Abiturprüfungen müssten Hand in Hand mit Tests für alle in den Schulen zweimal in der Woche gehen, erklärte Degen. "Das funktioniert allerdings nur, wenn alle mitmachen. Deshalb fordern wir eine Testpflicht an den Schulen." Die Tests sollten jedoch nicht im Unterricht durchgeführt, sondern etwa von externen Anbietern in Zelten oder in Turnhallen gemacht werden.

Es sei bereits vor den Ferien klar gewesen, in welche Richtung sich die Infektionszahlen entwickeln würden, kritisierte Kula. Der Kultusminister habe sich jedoch geweigert, die Anfang März getroffene Entscheidung zu revidieren, nach den Osterferien an den Grundschulen in den Präsenzunterricht zu gehen. "Dass nun auch noch die angekündigte Teststrategie für die Schulen nach den Ferien auf der Kippe stehen soll, setzt dem Ganzen die Krone auf."

Erst seit dieser Woche lägen dem Kultusministerium die ausführlichen Rückmeldungen der 21 Pilot-Schulen vor, die in den beiden Wochen vor den Osterferien die Selbsttests erprobt haben, erklärte ein Ministeriumssprecher. Auf Basis dieses Feedbacks werde die Landesregierung im Zusammenhang mit der grundsätzlichen Entscheidung, wie es nach den Ferien in den Schulen weitergeht, auch beraten, inwieweit eine mögliche Testpflicht für einen möglichst sicheren Schulbetrieb notwendig sei.

Die Kultusministerkonferenz hatte beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird. Die Testmöglichkeiten sollten so ausgebaut werden, dass allen Schülern sowie den Lehrkräften zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann. Die Abiturienten sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen.

© dpa-infocom, dpa:210409-99-143084/2

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