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Schulen in Bayern:Viele Wege sollen zum Abitur führen

Bayerns Kultusminister Spaenle will das Schulsystem durchlässiger machen - und so mehr Schülern einen höheren Schulabschluss ermöglichen. Durch eine bessere Kooperation von Mittel- und Realschulen und besondere Einführungsklassen sollen alternative Wege zum klassischen Gymnasial-Abi gestärkt werden.

Vom kommenden Schuljahr an will Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) das bayerische Schulsystem durchlässiger machen. Dazu will er Geld verwenden, das er durch Steuermehreinnahmen zusätzlich ausgeben darf. Um beispielsweise Mittelschülern den Übertritt auf die Realschule zu erleichtern, wo sie die Mittlere Reife ablegen können, sollen diese beiden Schularten stärker zusammenarbeiten.

Immer mehr junge Leute können studieren

Mehr Abiturienten: Das bayerische Schulsystem soll durchlässiger, der Weg zur Hochschulzugangsberechtigung somit mehr Schülern ermöglicht werden.

(Foto: dpa)

"Die Anzahl der Standorte, an denen Mittel- und Realschulen miteinander kooperieren, wird von bisher 20 auf 45 ausgeweitet", sagte Spaenle am Montag. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte 9-plus-2-Modell. Wo es angeboten wird, können Schüler, die einen guten qualifizierenden Hauptschulabschluss gemacht haben, zwei weitere Jahre zur Schule gehen und am Ende die Mittlere Reife machen.

Schülern, die nicht gleich nach der vierten Klasse den Übertritt auf das Gymnasium schaffen, soll außerdem der Weg zum Abitur erleichtert werden. Unter anderem soll es von nächstem Schuljahr an in allen 96 Landkreisen und kreisfreien Städten mindestens ein Gymnasium geben, an dem eine sogenannte Einführungsklasse angeboten wird.

Dort können sich unter anderem Schüler mit Realschulabschluss auf den Besuch der Oberstufe am Gymnasium vorbereiten und auf diesem Weg in neun statt in acht Jahren ihr Abitur machen. Etwas Vergleichbares soll es in Form von "Vorklassen" an den Fachoberschulen (FOS) geben. Dort können sich Schüler aus Mittel- oder Wirtschaftsschulen vorbereiten und dann ebenfalls Abitur machen.

"Der klassische Weg zum Abitur über das Gymnasium wird künftig immer mehr durch das Abitur an den Beruflichen Oberschulen ergänzt", sagte Spaenle. Schon jetzt bekommen etwa 40 Prozent der Abiturienten ihre Studienberechtigung nicht auf dem Gymnasium, sondern auf einer Beruflichen Oberschule.

© SZ vom 13.12.2011/gal

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