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Schulen - Hannover:Schüler fordern: Klassenarbeiten erst einmal absagen

Ausbildung
Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister in Niedersachsen, spricht im niedersächsischen Landtag. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Schülerinnen und Schüler aus der Region Hannover haben Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne in einem offenen Brief aufgerufen, auf Klausuren und Klassenarbeiten zunächst zu verzichten. Statt auf der Leistungsüberprüfung solle der Fokus zur Zeit auf der Vermittlung von Wissen und dem gemeinsamen Lernen liegen, heißt es in dem Brief. Deshalb plädierten die Schüler dafür, den entsprechenden Erlass zu ändern - und Klassenarbeiten sowie Klausuren in diesem Schulhalbjahr für die Jahrgänge 5 bis 11, mit Ausnahme der Abschlussklassen, auszusetzen. Der Landesschülerrat unterstützt den Vorstoß zur Absage von Klassenarbeiten.

Der SPD-Politiker Tonne hatte zuvor ebenfalls eine Übergangsphase angemahnt und dazu aufgerufen, die Schüler nach ihrer Rückkehr nicht sofort mit Tests und Klausuren zu überhäufen. "Die Schule soll nicht mit Druck starten", sagte er. Der verpasste Stoff könne auch in den nächsten Schuljahren aufgeholt werden. Das Land hatte die regionale Inzidenz-Grenze für den Distanzunterricht von 100 auf 165 geschoben. Unterhalb des Werts greift das Wechselmodell mit geteilten Klassen.

"Das monatelange Distanzlernen war eine enorme Belastung. Was wir nun brauchen, ist eine ruhige Ankunft in der Schule - und keine Klassenarbeiten", betonte Florian Reetz, der Vorsitzende des Landesschülerrates. "Die psychischen Belastungen sollten mit dem Übergang ins Wechselmodell abgebaut werden. Wenn einige Schulen meinen, die zusätzlichen Präsenztage für mehr Leistungsdruck zu nutzen, dann ist das eindeutig der falsche Ansatz."

Anlass für den offenen Brief war den Angaben zufolge, dass Lehrkräfte angekündigt hätten, mit der Rückkehr in den Präsenzunterricht schnell Klausuren und Klassenarbeiten anzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler begrüßten es, wieder zur Schule gehen zu können, heißt es in dem Brief. Aber: Monatelange Isolation, gepaart mit "teils enormen Anforderungen durch Hausaufgaben, Videokonferenzen und Ersatzleistungen" hätten viele Schüler "sehr stark belastet. Viele sind am Rande ihrer Kräfte angelangt und befinden sich in einer schlechten psychischen Verfassung".

Schon in den vergangenen Wochen habe sich eine deutliche Zunahme an Onlineklausuren abgezeichnet - eine zusätzliche Belastung. Noten sollten sich aus den Leistungen im ersten Halbjahr, der Beteiligung im Homeschooling und der folgenden Präsenzzeit zusammensetzen.

© dpa-infocom, dpa:210517-99-629906/2

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