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Schulen - Frankfurt am Main:Lehrer und Eltern vor Schulstart nach Herbstferien besorgt

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Vertreter von Lehrern und Eltern in Hessen blicken wegen der Corona-Pandemie mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag (19. Oktober). "Wir sehen das kritisch - vor allem mit Blick auf die kalte Jahreszeit", sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch, der dpa in Wiesbaden. Problematisch werde das Stoßlüften, das laut Hygieneplan alle 20 Minuten für die Klassenräume vorgeschrieben ist. "Schüler frieren ja eh schon grundsätzlich", sagte Koch. Jedes Öffnen der Fenster werde für Unruhe sorgen. "Wir werden es dennoch machen, aber das ist nicht lustig."

Die Gewerkschaft vermisse nach wie vor griffige Konzepte der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie. Der neu aufgelegte Hygieneplan, der nach den Herbstferien gilt, sei im Vergleich zum vorangegangenen nur minimal verändert worden. Sie plädiere für Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien, sagte Koch. "Abstand halten ist ja das Gebot der Stunde." Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden - während ein Teil Unterricht habe, sollte der Rest in der Schule betreut werden.

Der Vorsitzende des Elternbundes Hessen, Klaus Wilmes-Groebel, sieht den Schulstart nach eigenen Worten "mit großer Sorge und auch mit Angst". Dabei habe er aber nicht nur die Gesundheit der Kinder im Blick - sondern die möglicherweise drohenden erneuten Schließungen von Schulen und Kitas wegen der Pandemie. "Homeschooling hat in Kombination mit Homeoffice in vielen Familien für große Probleme gesorgt", sagte er.

Besonders betroffen seien Alleinerziehende und sozial schwächere Familien. Auch hätten es Grundschüler insgesamt schwerer, zu Hause zu lernen, als ältere Kinder, betonte Wilmes-Groebel. Das zurückliegende Schuljahr habe bereits bei vielen Schülern zu deutlichen Wissenslücken geführt. Er forderte von der Landesregierung spezielle Förderpläne. Im Lehrplan werde der Rückstand nicht berücksichtigt. Zum Elternbund Hessen haben sich rund 300 Eltern zusammengeschlossen.

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