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Schulen - Düsseldorf:Abiprüfungen unter erschwerten Pandemie-Bedingungen starten

Abitur
Leere Tische und Stühle stehen in einer Sporthalle Gymnasiums, wo ein Teil der Abiturprüfungen stattfinden werden. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Aktuell (Foto: dpa)

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Düsseldorf (dpa/lnw) - An diesem Freitag beginnen in Nordrhein-Westfalen für rund 90 000 Schüler unter erschwerten Pandemie-Bedingungen die Abitur-Prüfungen. Vor dem "Abi 2021" stehen 79 000 Schüler von Gymnasien, Gesamtschulen, Weiterbildungskollegs und Waldorf-Schulen sowie 11 000 Prüflinge an den Berufskollegs, wie das Schulministerium am Mittwoch mitteilte. Es sei sichergestellt, dass sie faire Prüfungen ablegen könnten, die zu einem vollwertigen und bundesweit vergleichbaren Abitur führten, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Die Landesschülervertretung (LSV) widersprach.

Den angehenden Abiturienten fehle Unterrichtsstoff, schilderten Johanna Börgermann und Thomas Niebuer vom LSV-Vorstand. Es habe vier bis fünf Monate weniger Unterricht in Präsenz gegeben als normalerweise. Druck und Belastung seien dieses Jahr definitiv größer, sagte Börgermann der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Ausgangslage ist sehr ungleich", sagte Niebuer. Die Voraussetzungen seien einerseits je nach Schule und Lehrkraft-Engagement stark unterschiedlich ausgefallen. Und auf Schülerseite habe der Distanzunterricht für manche sehr gut funktioniert. Andere hätten daheim aber keine Ruhe gehabt, jüngere Geschwister betreuen müssen oder nicht über ausreichende technische Möglichkeiten verfügt. "Dieses zentrale Abitur ist unfair." Schüler sollten die Wahl haben, ob sie statt der Prüfungen ein Durchschnittsabitur erhalten wollen, das aus ihren bisherigen Noten errechnet werde.

Schon 2020 hatten die Abiturienten unter coronabedingten Einschränkungen ihre Prüfungen ablegen müssen. Damals war die Pandemie aber erst seit wenigen Monaten Realität - für die aktuellen Prüflinge hingegen galten die besonderen Bedingungen über ihr gesamtes letztes Schuljahr hinweg.

Es zeige sich schon heute, dass die entstandenen Lücken im vermittelten Wissen und Kompetenzen von einer Schule zur nächsten nicht vergleichbar seien - von landesweiter Vergleichbarkeit sei schon gar nicht zu sprechen, hieß es auf dpa-Anfrage beim Vorstand der Landeselternschaft der Gymnasien (LEG). Ein Faktor sei auch die unterschiedliche finanzielle Ausstattung der Kommunen als Schulträger, es gebe keine einheitliche standardisierte Ausstattung in den Schulen. "Wir hätten uns für den Jahrgang 2021 mehr Respekt vom Schulministerium gewünscht", kritisierte LEG-Vorstand Franz-Josef Kahlen. Die Prüfungsbedingungen seien für viele Schüler intransparent.

Der Philologen-Verband berichtete von großer Sorge unter Schülern, sich noch im Endspurt anzustecken oder in der Prüfungsphase in Quarantäne zu müssen. Die vom Land eingeräumten neun zusätzlichen Präsenzschultage nach Ostern zur Prüfungsvorbereitung seien nicht von allen Schulen und Schülern ausgeschöpft worden, zum Teil habe man auf Distanzunterricht umgeschaltet. Es gebe eine bundesweite Einigung, die Abi-Abschlussprüfungen durchzuführen - und es sei "richtig und wichtig", daran auch in NRW festzuhalten, sagte die Verbandsvorsitzende Sabine Mistler.

Laut Schulministerin waren für die meisten Abifächer zusätzliche Aufgaben erarbeitet worden. Damit hätten Lehrer mehr Spielraum bei der Auswahl der Aufgaben, die am besten zum tatsächlich erteilten Unterricht passten. Leitlinie sei, dass Abiturienten durch die Pandemie für ihren Bildungs- und Berufsweg keine Nachteile entstehen dürften. Die SPD-Landtagsfraktion forderte einen "Freischuss", dass Abiturienten also nicht bestandene Prüfungen wiederholen können. Die Klausuren werden zwischen dem 23. April und 5. Mai geschrieben, ab 7. Mai finden die mündlichen Prüfungen statt.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-291903/3

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