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Schule:Wie lange Schulen Handys einbehalten dürfen

Anders sieht es aus, wenn Schüler während des Unterrichts kurz unter der Bank ihren Facebook-Status aktualisieren und dabei von der Lehrkraft erwischt werden. Dann ist das Telefon weg, und dazu haben die Lehrkräfte auch jedes Recht. Für die Schüler wird in dem Moment die Formulierung "vorübergehend einbehalten" aus dem BayEUG interessant. Denn dort ist absichtlich nicht präzise geregelt, wann das Handy an den Schüler zurückgegeben werden muss.

Die Dauer liege im "pädagogischen Ermessen der Lehrkraft", schreibt das Kultusministerium dazu. Es sei jedoch zu berücksichtigen, "dass die Entziehung der Nutzungsmöglichkeit einen Eingriff in das ebenfalls grundrechtlich geschützte Eigentum darstellt". Das Handy eines Schülers mehrere Tage einzubehalten, sei daher nur in Ausnahmefällen vertretbar. An vielen Schulen dürfen sich erwischte Unterrichts-Surfer das Smartphone nach Unterrichtsende wieder im Sekretariat abholen.

Lernen per Smartphone

Mittlerweile binden immer mehr Lehrkräfte das Smartphone direkt in die Schulstunde ein. "Gerade wenn sich die Schüler etwas selbst erarbeiten oder zu einem Thema kleine Präsentationen erstellen sollen, macht das viel Sinn. Sie können dann direkt auf ihren eigenen Smartphones recherchieren", erzählt ein Lehrer. Die meisten Schüler seien da so versiert, dass das sogar Zeit spare.

Allerdings müsse man beim Einsatz von Smartphones auch vorsichtig sein, sagt der Pädagoge. Denn es besitzt doch noch nicht jeder Schüler ein entsprechendes Gerät. "Wenn wir Handys im Unterricht einsetzen lassen, dann nur, wenn dadurch niemand benachteiligt wird." Wenn nur ein Schüler der Klasse kein Smartphone habe, bestehe ansonsten die Gefahr, ihm das Gefühl zu geben, nicht zur Klassengemeinschaft zu gehören.