Süddeutsche Zeitung

Schule:Schüleraustausch zwischen Ost und West gefordert

Die beiden Seiten Deutschlands redeten viel zu wenig miteinander, findet der neue Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter - und will sich für Austauschprogramme einsetzen.

Eine neue Kultur kennenlernen, eigene Fremdsprachenkenntnisse verbessern, rauskommen aus dem mithin grauen Schulalltag: Viele Jugendliche nutzen nur zu gerne die Möglichkeit, an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Etwa 16 400 waren es laut einer Studie im vergangenen Schuljahr, beliebtestes Ziel sind seit Jahren die USA. Dass es auch im eigenen Land viel zu lernen gäbe, vielleicht nicht so sehr in sprachlicher, wohl aber in kultureller Hinsicht - darauf hat nun der neue Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK) hingewiesen.

Linken-Politiker Helmut Holter fordert Austauschprogramme zwischen Schulen in Ost- und Westdeutschland. "Ich bin der Überzeugung, dass Ost und West viel zu wenig miteinander reden über das, was war und was heute ist", sagte Thüringens Bildungsminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Schwerpunkt Demokratiebildung

Schüler aus beiden Teilen Deutschlands müssten in einen tieferen Gedankenaustausch und Dialog treten. "Ostdeutsche Erfahrungen müssen in den Westen gebracht werden und umgekehrt." Es brauche daher "nicht nur Schülerprojekte im Austausch mit Polen oder Frankreich, sondern auch zwischen Leipzig und Stuttgart".

Holter ist seit dem Jahreswechsel Vorsitzender der KMK. Am Montag übernimmt er das Amt offiziell von seiner baden-württembergischen Kollegin Susanne Eisenmann (CDU). Holter hat die Demokratiebildung zum Schwerpunkt seiner Amtszeit erklärt. Vor allem treibe ihn die Sorge um, dass die Grundsätze der Gesellschaft - Demokratie und Rechtsstaat - "zwar gehört, aber nicht verinnerlicht werden".

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