SchuleKlassentreffen: Von der Abwesenden bis zum Schönling

Nicht zwingend alle Jahre, doch zumindest alle Dekaden wieder steht das Klassentreffen an. Eine Typologie der Ex-Mitschüler.

Von Sarah Schmidt und Matthias Kohlmaier

Die Angeberin

Was macht sie aus?

Ihr superschönes Haus, ihr nagelneuer Wagen, ihre hochintelligenten Kinder, ihr erfolgreicher Mann, ihr talentierter Friseur - kurz gesagt: ihr perfektes Leben. Sie hält den Ex-Mitschülern das Smartphone ("iPhone, neueste Version, toll, ne?! Das gibt es hier in Deutschland eigentlich noch gar nicht ...") unter die Nase, und dann muss man sich Bilder anschauen und "Ahhh" und "Ohhh" sagen zu Urlaub unter Palmen ("Das war das schönste Luxusressort, ever. Und ich kenn' mich in dem Bereich aus ..."), Selfies mit Prominenten ("Genau, der Clooney, den treffen wir regelmäßig bei gemeinsamen Bekannten an der Côte d'Azur ...") und dem Nachwuchs beim Kinder-Model-Casting ("Angelina Evelin hat aber auch wirklich Talent ...").

Das macht sie beruflich:

Das versteht keiner so richtig, es hat aber offenbar mit "Pitches", "High performance" und "Change-Management" zu tun.

Das sagt sie zur Begrüßung:

"Hi! Du, voll witzig. Bei diesem wichtigen Empfang neulich, auf dem ich war, dachte ich erst, ein anderer Gast wärst du gewesen. War dann aber doch jemand anderes ..."

Und das zum Abschied:

"Bussi! Ich muss jetzt gehen. Bin noch auf eine Vernissage in Mailand eingeladen ..."

(Nachdem die Angeberin abgerauscht ist, finden die Verbliebenen auf Google heraus, dass sie den Klempner-Betrieb ihrer Eltern übernommen hat, die Scheidung läuft und die ach so perfekten Kinder als schwer erziehbar vom Internat geflogen sind.)

Bild: Illustration Jessy Asmus/SZ.de 15. Dezember 2016, 09:102016-12-15 09:10:49 © SZ.de/mkoh/sks/mane