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Schule:Der Unterricht muss verzahnt werden mit Mathematik und Informatik

Der Unterricht sollte in der siebten, achten Klasse beginnen, wenn die Schüler den Umgang mit Geld besser verstehen können. In den Kursen darf es nicht darum gehen, welche Finanzprodukte gut, welche schlecht sind. Es wäre deshalb zu kurz gegriffen, in erster Linie Verbraucherschützer zur Hilfe zu holen, um die Lehrpläne mitzugestalten. Ihre Mittel sind oft die der Warnung und des Verbots. Aber der Staat hat nicht die Aufgabe, seinen Bürgern vorzuschreiben, was sie mit ihrem Geld anstellen. Ebenso falsch wäre es, nur auf die Finanzbranche zu setzen, deren Sound oft der Optimismus ist, die am liebsten von Chancen schwärmt. Der Staat darf keine Euphorie-Maschine sein.

Beide Seiten sollten dabei sekundieren, einen ausgewogenen Lehrplan zu entwickeln, anhand dessen die Schüler durchexerzieren, welche Vor- und Nachteile einzelne Finanzprodukte haben, welche Gefahren, welche Gewinnaussichten. Ein Lehrplan, dessen Kernidee ist: Geldanlage, das ist das kalkulierte Risiko jedes Einzelnen. Man muss den Menschen dann zutrauen, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Das Fach Finanzen muss sich auch an Alltagsbeispielen orientieren - und dafür mit anderen Bereichen verzahnt werden, vor allem der Mathematik, was Vorteile für beide Fächer bringt. Mathe ist ein von vielen Schülern gehasstes Fach, weil sie nicht erkennen, wofür sie ihr Wissen brauchen, wenn sie die Schule abgeschlossen haben. Der Finanzunterricht schafft Abhilfe, indem Schüler ihre Kenntnisse bei praktischen Fragestellungen anwenden: Wann lohnt es, eine Wohnung zu kaufen, wann zu mieten? Welche Ausgaben fallen für die eine, welche für die andere Variante an - und wovon hängt ab, wie sich die Kosten über die Jahre verändern?

Der Finanzunterricht bietet zusätzlich Anknüpfungspunkte zur Informatik, wo Schüler lernen können, mit Tabellenkalkulationsprogrammen wie Excel umzugehen. Sie helfen, abstrakte Sparentscheidungen greifbar zu machen. Wer mit Excel umgeht, kann leichter in Zahlen denken, verliert die Angst vor ihnen - und lässt sich nicht vom Bankberater vorführen.

Vertreter der Bundesregierung dürften auch zu den ersten Unterrichtsstunden kommen - und müssten gleich zum Nachsitzen bleiben. Thema des Kurses: Warum Transparenz bei Finanzen so wichtig ist.

© SZ vom 20.03.2017/lho

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