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Schule:"Ein gewisses Maß an Frontalunterricht ist laut Pisa-Studie effektiv"

Die aktuelle Pisa-Studie ergänzt dies: Schüler lernen demnach etwa besonders gut Naturwissenschaften, wenn ihre Lehrer besonders häufig wissenschaftliche Thesen erklären und belegen, also zum Beispiel die Fotosynthese erläutern und mit einem Versuch untermauern. Dies zeige mehr Erfolge als die "verfügbaren materiellen und personellen Ressourcen, einschließlich der Qualifikation der Lehrkräfte", sprich: als eine Sammlung teurer Mikroskope oder ein Lehrer mit Doktortitel.

Auch außerschulische Aktivitäten wie Wissenschafts-AGs oder Wettbewerbe brächten vergleichsweise wenig. Der gute Lehrervortrag vor der Klasse - das klingt nach alter Schule und das macht die Aussage brisant für die pädagogische Diskussion. "Ein gewisses Maß an Frontalunterricht ist laut Pisa-Studie effektiv", sagt Matthias Rumpf, der Berliner Sprecher der OECD. Ein Unterricht anhand der Fragen der Schüler oder Gruppenarbeit, beides steht nicht so gut da. Schulsysteme, in denen die Jugendlichen mehr Zeit mit "Hausaufgaben, Zusatzunterricht oder selbstständigem Lernen verbringen" schnitten tendenziell schlechter ab, heißt es in der Präsentation der Pisa-Ergebnisse.

Man kann es so zusammenfassen: Gut ist ein Lehrer, der klar durch den Unterricht führt, der gut erklären kann und wenig auf Hausaufgaben oder Selbststudium setzt. Reicht das? Hans Anand Pant hat da noch einige Ergänzungen zu bieten. Der Berliner Professor leitet auch die Deutsche Schulakademie, welche Praktiker, nämlich die Preisträger des Deutschen Schulpreises, mit Forschern zusammenbringt. Auch für Pant ist gute Leistung das oberste Unterrichtsziel, aber: "Die Schüler müssen angstfrei lernen können, das ist der Schlüssel." Ein weiterer Punkt sei, sie zu beteiligen, "von der Gestaltung des Schulhauses bis hin zum Feedback an Lehrer".

Was das konkret heißt, kann man in den preisgekrönten Schulen der Akademie erleben, beispielsweise an der Anne-Frank Mädchen-Realschule in München. Dort setzen sich alle zwei Wochen die Schülerinnen einzeln eine Viertelstunde mit ihrem Klassenlehrer zusammen und reden. Wo es hakt, was die Mädchen bewegt, womöglich auch in Familie oder Partnerschaft. Diese Gespräche öffnen nach den Worten einer Lehrerin dort gerade die unauffälligen Schülerinnen und zeigen, wo man sie fördern sollte.

Und dann wäre da noch die Lehrer-Ausbildung, ein Thema, das Pant einen tiefen Seufzer entlockt. "Didaktisches und pädagogisches Wissen wird an den Unis zwar immer mehr vermittelt, allerdings müssten angehende Lehrer früher Praxiswissen gewinnen", sagt er. Um in der Schule zu erleben, wie guter Unterricht geht. Also: Ein Lehrer kommt ja nicht fertig auf die Welt. Er soll so früh wie möglich lernen, worauf es ankommt.