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Pisa-Studie:Was können Lehrer und Eltern tun?

Schulangst und die Rolle der Lehrer

Mr. Pisa sagt: "Lehrer sollten sich darum kümmern, dass Schüler weniger Schulsorgen haben." In Deutschland machen sie das offenbar nicht schlecht, dort haben Schüler weniger Angst vor der Schule als im OECD-Durchschnitt. Dennoch fürchtet mehr als jeder zweite 15-Jährige schwierige Tests und schlechte Noten. Mit der Anzahl der Prüfungen habe das aber nichts zu tun, betont die Studie, auch wenn mancher Pädagoge klagt, es werde zu viel geprüft. Vier von zehn Schülern fürchten sich auch dann noch vor Tests, wenn sie gut vorbereitet sind. Bei den leistungsstarken Schülern haben doppelt so viele Mädchen wie Jungen Prüfungsangst. Die Botschaft an die Lehrer: Schüler, die den Unterricht als dem Niveau der Klasse angemessen empfinden und die auf Hilfe bauen können, wenn sie etwas nicht verstehen, sind viel seltener ängstlich als Schüler, die sich zu streng bewertet oder in ihren Fähigkeiten herabgesetzt fühlen.

Internet und Medien

Schüler, die mehr als sechs Stunden täglich online sind oder andere Technologien nutzen, fühlen sich in der Schule öfter alleingelassen, kommen häufiger zu spät zum Unterricht und wollen die Schule deutlich öfter mit einem geringerwertigen Abschluss verlassen als andere Schüler.

Mobbing

Besonders viel wird in Lettland und Hongkong gemobbt, besonders wenig in Taipeh und den Niederlanden. 16 von 100 Schülern leiden hierzulande mehrmals im Monat darunter, etwas weniger als im OECD-Schnitt (19 Prozent). Dabei kommen üble Nachrede, böse Scherze und Ausgrenzung öfter vor als physische Attacken. Extremes Mobbing betrifft vier bis fünf Prozent der Teenager, ungefähr einen in jeder Klasse. In Schulen an sozialen Brennpunkten wird öfter gemobbt als anderswo.

Sport und Bewegung

97 Prozent der deutschen Schüler sind in ihrer Freizeit körperlich aktiv. Ein guter Wert (OECD: 93 Prozent) - aber fast überall haben Schüler mehr Sportunterricht als hierzulande. Ob Ungarn, Polen oder Kanada: Mindestens jeder Zweite treibt dort wenigstens dreimal wöchentlich Schulsport. In Deutschland kommt nicht einmal jeder Zehnte in diesen Genuss. Dabei steigert Sport eindeutig das Wohlbefinden und Leistungsvermögen. An bis zu sechs Tagen pro Woche ist er förderlich, erst der siebte Tag bringt den Knick.

Was können Eltern tun?

90 Prozent der Eltern führen so gut wie täglich mit ihrem Kind Gespräche, 30 Prozent reden mit ihm ähnlich oft über die Schule. Acht von zehn Familien nehmen pro Tag eine Hauptmahlzeit gemeinsam ein. Möglich, dass die Werte etwas zu positiv sind, denn vor allem bildungsinteressierte Eltern haben die Fragebögen ausgefüllt. Dennoch ist dies eines der spannenden Studienergebnisse: Wo Eltern einfach nur mit Kindern reden, sind diese mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit ihrem Leben zufrieden. Das Gespräch über die Schule wirkt sich zu 20 Prozent positiv aus, die Mahlzeit zu 50 Prozent. Eltern, die schulisches Können und Befinden nur mit den Lehrern besprechen, erzielen dagegen nur einen Nutzen von zehn oder weniger Prozent. Die Erkenntnis: Das Verhalten der Eltern wirkt sich stärker auf das Wohlbefinden der Kinder aus als viele Schulfaktoren - so stark, dass es sogar Andreas Schleicher überrascht.

Das schlägt sich auch in der Leistung nieder. Kinder, die viel mit ihren Eltern reden, schneiden bei Pisa etwa 20 Punkte besser ab als Kinder mit wenig Austausch - ein Vorsprung von einem halben Schuljahr. Hierin zeigt sich, dass bei erfolgreicher Bildung auch die Eltern gefordert sind.

Und noch ein Hinweis: 32 Prozent der Mädchen und 25 Prozent der Jungen gehen zur Schule, ohne gefrühstückt zu haben. Gegenüber Teenagern, die regelmäßig frühstücken, mindert das ihre Lebenszufriedenheit auf der Skala von 0 bis 10 um immerhin 0,8 Punkte.

© SZ vom 20.04.2017/lho

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