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Pisa 2015:Was bedeutet nochmal "signifikant"?

Pisa-Studie 2015

So viele Zahlen: Ausschnitt aus dem aktuellen Pisa-Ranking.

(Foto: OECD)

Das Pisa-Ranking lädt zu schnellen Einschätzungen ein. Aber Vorsicht, die Statistik hat ihre Tücken.

Was hat das Vereinigte Königreich, was Deutschland nicht hat, mal abgesehen vom Dauernieselregen? Warum schneidet Australien in der Pisa-Studie in Naturwissenschaften besser ab, warum auch Neuseeland? Vielleicht sollte man sicherheitshalber dem Commonwealth beitreten, um die Länder einzuholen, die in der Wertung im diesjährigen Schwerpunkt-Fach Naturwissenschaften vor Deutschland liegen?

Doch wer nun neiderfüllt auf die Länder schaut, die im Ranking dieses Mal knapp vor Deutschland gelandet sind, kann sich wieder beruhigen: Die Pisa-Ergebnisse sind keine absolute Wahrheit, sondern eine statistische Erhebung, und wie alle solche Untersuchungen mit diversen Messfehlern, Ungenauigkeiten und Unsicherheiten behaftet.

Das liegt schon daran, dass nicht ein ganzer Schüler-Jahrgang getestet wird, sondern nur ein Bruchteil der 774 149 15-Jährigen, sonst wäre der Aufwand zu groß. Knapp 260 Schulen wählten die Tester zufällig aus, wobei große Schulen bessere Chancen hatten als kleinere, um der größeren Schülerzahl Rechnung zu tragen. Anschließend wurden, wieder per Lotterie, an jeder Schule 42 Schüler ausgewählt. Gab es weniger als 42 im Jahrgang, sollten alle mitmachen.

Pisa 2015 Was Sie über die Pisa-Studie wissen müssen
Pisa 2015

Was Sie über die Pisa-Studie wissen müssen

Wer und was wird getestet und welche Kritikpunkte gibt es an der Erhebung? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Pisa 2015.   Von Matthias Kohlmaier

Wenn Schulen einzelne Jugendliche von dieser Ziehung ausschließen wollten, mussten sie Gründe haben, Behinderungen etwa oder zu schlechte Sprachkenntnisse; das betraf 54 Schüler. Dann waren natürlich noch Schüler am Testtag krank; am Ende nahmen 6522 Jugendliche an den Prüfungen teil, weniger als ein Prozent des Jahrgangs.

Das ist zwar eine relativ große Stichprobe, aber es sind nicht alle Schüler. Würde man die Studie komplett wiederholen, würde man eine andere Stichprobe erwischen und andere Ergebnisse erhalten, bessere oder schlechtere, je nachdem, wie viele Physik-Asse oder Chemie-Nieten hinzukommen oder herausfallen. Hinzu kommt der Messfehler: Kein Test ist perfekt, schon gar nicht, wenn die Schüler nur wenige Fragen zu beantworten haben. Mit anderen Fragen würde man wieder andere Ergebnisse bekommen, auch das macht den Mittelwert ungenau.

Diese Faktoren lassen die Werte schwanken: Auf 509 Punkte kamen die deutschen Schüler in den Naturwissenschaften im Schnitt. Würde man das ganze Prozedere oft wiederholen, wäre laut der Analyse der Tester damit zu rechnen, dass die Werte in 95 Prozent der Versuche zwischen 504 und 514 Punkten lägen. Je nachdem, wie der Zufall den anderen Ländern mitspielt, käme Deutschland in 95 von 100 Versuchen innerhalb der OECD auf einen Rang zwischen 6 und 13. Viel genauer lässt sich das Ergebnis nicht fassen; alles andere liegt im Bereich statistischer Schwankungen.