NS-Zeit:Unter Braungänsen

Konrad Lorenz und seine Graugänse sind legendär. Die Uni Salzburg erkennt dem Verhaltensforscher nun den Ehrendoktor ab. Der Grund: seine nationalsozialistische Vergangenheit.

Von Cathrin Kahlweit

Wer an Konrad Lorenz denkt, der hat sofort zwei berühmte Bilder im Kopf: den legendären Verhaltensforscher, wie er in Gummistiefeln, die Pfeife im Mund, auf einer Wiese inmitten von Graugänsen steht. Und wie er, den grauen Haarschopf knapp über der Wasserkante, mit "seinen Gänsen" schwimmt. Derμösterreichische Mediziner und Zoologe, der sich mit seiner Forschung über das Verhalten von Vögeln einen Namen machte, war im Nachkriegs-Europa ein ganz Großer: Honorarprofessor, Leiter eines Instituts für vergleichende Verhaltensforschung, dann einer Forschungsstelle der Max-Planck-Gesellschaft, später bekam er ein eigenes Institut. Ganze Generationen lernten das Küken Martina und die Geschichte ihrer Prägung auf einen Menschen kennen.

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