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Nordrhein-Westfalen:Gegen Gewalt an Schulen

Mehr Psychologen, Sozialpädagogen und konsequentes Anzeigen sollen helfen, Gewalt und Extremismus an nordrhein-westfälischen Schulen zurückzudrängen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) legte am Freitag in Düsseldorf einen Maßnahmenplan vor. Ein Anlass für verstärkte Gewaltprävention waren Amokläufe an Schulen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland und anderen Ländern für Erschütterung gesorgt hatten. "Das sind aber absolute Ausnahmen", betonte Gebauer. "Die Schulen in Nordrhein-Westfalen sind sichere Orte." Eine martialische Ausrüstung der Lehrer schließt die FDP-Politikerin aus. Dass Lehrkräfte wie in Florida als Hilfssheriffs bewaffnet vor die Klasse treten können, komme für NRW nicht in Frage. Auch Selbstverteidigungskurse für Lehrer seien nicht geplant. Dem Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) zufolge berichtet in NRW jede dritte Schulleitung über Gewalt gegen Lehrkräfte. Jede der rund 6000 Schulen benötige mindestens eine vom Land finanzierte Stelle für Sozialarbeit, sagte VBE-Landeschef Stefan Behlau. Derzeit gibt es in NRW nach Angaben des Ministeriums 357 Stellen für Schulpsychologen - davon 189 vom Land finanziert, die übrigen von den Kommunen. Geplant sei, ihre Zahl um 100 aufzustocken, kündigte Gebauer an. Nach Daten des Landeskriminalamtes war die Zahl der angezeigten Straftaten an nordrhein-westfälischen Schulen von 2016 auf 2017 um knapp fünf Prozent auf 22 900 gestiegen, die Zahl der Körperverletzungen von 2841 auf 3146. Die Zahl der polizeilich erfassten Körperverletzungen an Lehrern hatte das Schulministerium 2018 mit rund 200 pro Jahr beziffert.