bedeckt München 21°

Nachhilfe in Taiwan:Zum Feuerschlucken gezwungen

Ein Nachhilfelehrer ließ seine Schüler bizarre Mutproben bestehen, um "ihr Potential zum Vorschein zu bringen." Jetzt wurde er festgenommen.

Bessere Noten, egal mit welchen Mitteln: In Taiwan haben die Behörden Ermittlungen gegen ein Nachhilfeinstitut aufgenommen, das sechsjährigen Kindern mit Übungen wie Feuerschlucken mehr Wagemut beibringen wollte. Für den fünftägigen Kurs eines selbsternannten Hypnotiseurs zahlten die Eltern der privaten Schule umgerechnet 187 Euro, wie der Nachrichtensender TVBS berichtete.

Der Mann behauptete den Angaben zufolge, mit seinen Kursen das Potenzial der Kinder zum Vorschein zu bringen und sie mutiger zu machen.

Der Sender zeigte Bilder, auf denen eine Lehrerin versuchte, einem zögerlichen Kind eine selbstgemachte Fackel in den Mund zu schieben. Außerdem mussten die Kinder dem Bericht zufolge über Glassplitter laufen und mit bloßen Händen Holz spalten.

Die Behörden nahmen Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs auf. Mindestens 70 bis 80 Kinder hätten "wirklich gelitten", sagte eine betroffene Mutter.

© sueddeutsche.de/AFP/holz

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite