Nach dem Bachelor Der Master hat Zeit

Ein Beispiel für einen erfolgreichen Berufseinstieg mit Bachelorabschluss ist Dennis Kubon. Nach vier Jahren Studium an der Fontys Internationale Hogeschool Economie im niederländischen Venlo entschied sich der Bonner, mit seinem Bachelor in International Marketing in den Beruf einzusteigen. Während eines Praxissemesters bei der Deutschen Telekom, wo er auch seine Bachelorarbeit schrieb, konnte er viele Kontakte im Unternehmen knüpfen und erhielt nach seinem Studium eine Stelle. "Die Arbeit dort gefiel mir so gut, dass ich mich um eine Stelle beworben habe", erzählt Kubon. Mit Erfolg.

Kubon ist in seinem Unternehmen keine Ausnahme: Von den Hochschulabsolventen, die die Deutsche Telekom jährlich einstellt, haben 40 Prozent einen Bachelorabschluss, acht Prozent einen Masterabschluss und 40 Prozent ein Diplom. Ähnlich sieht es in anderen Großkonzernen aus.

Und auch im Mittelstand verfügten Bachelorabsolventen über gute Berufsaussichten, so Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). Viele Klein- und Mittelbetriebe stellten gern Bewerber mit einem Bachelor ein.

Der Master ist also kein Muss für eine erfolgreiche Karriere. Es gibt jedoch andere gute Gründe, ein Masterstudium zu absolvieren, findet Berater Nils Zerche. "Wer den Master macht, sollte sich auch inhaltlich dafür interessieren und Spaß am Studieren haben. Wer über einen gewissen wissenschaftlichen Enthusiasmus verfügt und Lust verspürt, sich in ein Thema zu vertiefen, für den ist ein Master das Richtige."

Auch jene, die in der Forschung arbeiten wollen, brauchen einen Masterabschluss. Denn die wissenschaftliche Expertise aus dem Bachelor reicht dafür nicht aus. Und schließlich lohnt sich ein Masterabschluss auch für die, die promovieren wollen.

Nach zwei Jahren Berufserfahrung hat Bachelorabsolvent Dennis Kubon die Vorstellung gereizt, sich dann doch weiter zu spezialisieren. Seit Oktober 2011 absolviert er an der privaten Zeppelin-Universität in Friedrichshafen einen berufsbegleitenden Master im Fach Digital Pioneering. Die Hälfte der Studiengebühren übernimmt sein Arbeitgeber, im Gegenzug verpflichtet sich Kubon, nach seinem Abschluss dem Unternehmen für mindestens zwölf Monate zur Verfügung zu stehen.