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Nach dem Abitur:Arbeit mit Akten oder mit Menschen

Als ein Pionier bei den Tests gilt das "BOrakel" der Universität Bochum. Ein Schwerpunkt liegt auf Präferenzen im späteren Arbeitsleben. Wie dominant man in Gruppenarbeiten auftrete, ob man über eigene Fehler lache oder wie gut man sich unter Zeitdruck konzentrieren könne. Anhand solcher Angaben soll man herausfinden, für welche Arten von Tätigkeiten man sich eignet, etwa eher für die Arbeit mit Akten oder mit Menschen, im Innendienst oder im Vertrieb. Ein weiterer Test liefert Hinweise, welche Fächer infrage kommen. Dabei wird nach Stärken in der Schule gefragt.

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Auch die Arbeitsweisen werden einbezogen: Wie viele Stunden gedenkt man, in den Semesterferien pro Woche für das Studium aufzuwenden? Löst man Aufgaben lieber mit Hilfsmitteln oder durch Improvisation? Das alles möchte das Online-Orakel von Bochum gern wissen.

An der Uni Bonn wird neben der fachlichen Eignung auch das Lebensgefühl einbezogen. Ob man sich vorstellen könne, in einer mittelgroßen Stadt und auf einem zentral gelegenen Campus zu studieren, wird gefragt. Denn, wie Studienmanagerin Vera Häckel weiß, kann auch das Privatleben ein Grund für Abbruch sein. Viele Studenten versuchten zunächst, den Studienort mit ihrer Heimat zu vereinbaren; aber Pendeln liegt nicht jedem, und nicht selten erhält die Heimat den Vorzug.

Frühzeitiges Einstimmen auf den Studienort

Sie mahnt jedoch zur Vorsicht: Ein standardisierter Test könne zwar die Erwartungen an das Studium präzisieren. Für zuverlässige Aussagen über die Persönlichkeit sei jedoch die Studienberatung am Ort besser. Dort treten die Bewerber dank der Tests allerdings "aufgeklärter" auf, sagt Häckel.

Frühzeitiges Einstimmen auf den Studienort gilt neben den Fragebögen als weiteres Hilfsmittel, um Abiturienten die Wahl zu erleichtern. Die Dauerpräsenz sozialer Medien im Alltag vieler Schüler wird genutzt, Studienbewerber sollen erst virtuell, dann körperlich an der künftigen Hochschule anwesend sein.

"Raum zum Querdenken" heißt zum Beispiel das Kampagnenportal der Universität Bielefeld, es stellt die Hochschule und die Stadt vor, ist verlinkt mit Kanälen wie Facebook und Youtube. Da kann man in Filmen den künftigen Kommilitonen beim Lernen in der Bibliothek ebenso zusehen wie bei der Hüpfgymnastik. Ältere Studenten beantworten zudem online Fragen.

Dem steht die Kampagne der Uni Halle kaum nach, sogar eine 3D-Brille wurde da mal verschickt - um eine "virtuelle Schnitzeljagd" durch die Stadt absolvieren zu können. Ohnehin setzen die Hochschulen in den neuen Ländern, die wegen der demografischen Entwicklung um Studenten aus dem Westen buhlen, stark auf soziale Netzwerke.

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Wer beschäftigt sich noch mal gleich mit der Gretchenfrage? Und was bitte soll ein Baltischer Tiger sein? Die Uni gilt als Hort des Wissens - aber was lernt man wo? Testen Sie Ihr Wissen über Studiengänge und Inhalte im Studium-generale-Quiz.

An der Hochschule Bremen geht man noch weiter. "Rent a Student", übersetzt: "Miet dir einen Studenten", heißt dort ein Projekt. Abiturienten begleiten Studenten einen Tag lang, zum Schnuppern - gratis, anders als der flotte Name suggeriert. Eine Lektion über Hubschraubertechnik im Hörsaal und den Hackbraten Jägerart mit Salzkartoffeln in der Mensa gibt es da - so soll der Nachwuchs erkennen, ob er sich später wohlfühlt.

Die Schüler wollen einen realistischen Einblick in ihr Wunschstudium, sagen die Organisatoren. Rechtzeitige Informationen seien ein gutes Rezept gegen Studienabbruch. Und natürlich, geben die Bremer zu, wolle man gern die klügsten Köpfe ins eigene Haus ziehen.

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