Süddeutsche Zeitung

Lehrermangel:Drohender Ruhestand

Tausende Schulen stehen in den kommenden Jahren vor großen Umbrüchen in ihrem Lehrerkollegium. Viele Pädagogen erreichen die Altersgrenze und gehen in den Ruhestand. Im Schuljahr 2017/2018 waren im bundesweiten Durchschnitt 13 Prozent der Lehrer 60 Jahre oder älter. Der Altersdurchschnitt ist vor allem in den ostdeutschen Bundesländern hoch, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: In Thüringen war jeder fünfte Lehrer 60 Jahre oder älter. In Brandenburg lag der Anteil bei 18 Prozent, in Sachsen-Anhalt sowie Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bei 16 Prozent. Für viele Schulen verschärft sich in Zeiten des Lehrermangels damit die schwierige Suche nach Nachwuchs weiter. Im Westen hält die Bildungsgewerkschaft GEW die Überalterung der Lehrkräfte hingegen für weitgehend überwunden. Das liegt der Gewerkschaft zufolge an unterschiedlichen Einstellungszyklen. Im Westen wurden demnach in den 70er-Jahren besonders viele Lehrer eingestellt. Im Osten erfolgte diese Welle erst in den 80ern. Nach der Wiedervereinigung wurde dann praktisch kaum noch eingestellt - weil die Schülerzahlen wegen eines Geburtenknicks massiv zurückgingen.

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SZ vom 29.04.2019 / DPA
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