Lehrer-Blog zur Klassenfahrt Kulturprogramm mit Shoppingmöglichkeit

Im Hotel angekommen steht die Zimmerverteilung an. Nach Tränen, Tauschgeschäften und diversen Bestechungen der Schüler untereinander hat irgendwann jeder einen Schlafplatz. Auch wir Lehrer sind komfortabel untergebracht, im Zweierzimmer (was bei Maja für Empörung sorgt: "Frau Kurtz, warum dürfen Sie mit Herrn Volkerts im Zimmer schlafen, aber ich nicht mit Benni!?"), Klo und Dusche sind auf dem Gang. Aber wer hat auch behauptet, Klassenfahrten seien zur Erholung da?

Nein, ein straffes Kulturprogramm ist geplant. Vorausschauenderweise fahren wir das größtenteils im Bus ab - ich kenne meine fußfaule Klasse. Nur wenige Stopps in großen Städten stehen auf der Agenda, und dort gibt es jeweils Shoppingmöglichkeiten, sodass das Bildungssightseeing erträglich sein sollte. Denke ich, bis Karina einen sofortigen Stopp des Busses verlangt: "Frau Kurtz, die Sitze kratzen, ich hab' schon ganz rote Stellen an den Oberschenkeln! Das sieht voll scheiße aus am Strand!"

Skurrile Prüfungsantworten

"Um ganz ehrlich zu sein, das Thema langweilt mich"

Ein Gläschen Wein wäre jetzt nicht schlecht

Mit einem gemütlichen Abend am Strand soll der erste Klassenfahrtstag ausklingen. Ein Traum, könnte man meinen. Aber: kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Schwimmen in der Abenddämmerung - eine Frechheit, finden die Schüler, und motzen über uns "Spaßbremsen". Ich finde, ein Gläschen Wein wäre jetzt wirklich nicht schlecht.

Als endlich alle im Bett sind - und zwar auch wirklich in ihrem Bett - können wir uns endlich mal hinsetzen und durchatmen. Bis die Türen knallen und die Schüler versuchen, sich in andere Zimmer zu schleichen oder noch ein Bier an der Hotelbar zu ergattern. Erboste Ausrufe, als klar wird, dass wir Lehrer wider Erwarten noch wach sind. "Schlafen Sie denn nie?"

Nach fünf Tagen übergeben wir schließlich erschöpfte, aber zufriedene Schüler wieder ihren Eltern. Alkoholbedingte Ausfälle gab es diesmal nicht und ein Klassenfahrtsbaby ist auch nicht unterwegs. Die durchwachten Nächte haben sich gelohnt. Nur ich, ich wär' jetzt urlaubsreif.